Monatsnormalität.

Unter rasenden Wolken entgleitet der fünfte Monat dieses Jahres in der Ferne des Vergangenen, der dritte seit März in anderen Zeiten. Entlang des Weges ist manches Zählen eingeschlafen: Das Zählen der Wochen, in denen alltägliche soziale Kontakte merklich eingeschränkt sind, die Arbeit im heimischen improvisierten Büro passiert. Das Zählen der angesammelten Stunden in Videokonferenzen, vor allem der Stunden passiven Zuhörens: Sprich, wenn Du gefragt wirst. Antworte, wenn Du kannst, ansonsten halte Dich im Hintergrund, Deine Sicht auf die Dinge ist nicht wichtig. Das Zählen der Augenblicke in kurzen Meditationen, um die Gedanken frei zu bekommen, loszulassen, immer wieder aufsteigenden Frust zu zur Ruhe zu bringen. Dies sind merkwürdige Tage, inmitten des nunmehr in Fleisch und Blut übergegangenen neuen Ablaufs, bei dem das voranschreitende Jahr am ehesten an der mit jedem Tag zunehmenden Helligkeit erkennbar ist, morgens in der Straße zwischen den Häusern und auf dem Weg in den Supermarkt ums Eck, maskiert in den frühen Morgenstunden, um möglichst wenig Menschen zu treffen. Neben diesen Routinen: Verspannte Lockerungen. Das Beobachten von Kennzahlen, irgendwo zwischen schrägen Verschwörungserzählungen und echten Zweifeln, Vorsicht und und immer noch Fahrt auf Sicht im Nebel in ungewohnten Wassern. Zwischen Dankbarkeit, Ermüdungserscheinungen und mehr oder weniger ausgeprägter Zukunftsangst. Inflationäre Verwendung des Begriffs “normal”: Das neue “Normal” ist anders als das “normale Normal”. Dinge, die vorher “normal” waren, verbieten sich nach wie vor. Dinge, die vorher so selbstverständlich waren, dass man gar nicht darüber nachgedacht hätte, werden plötzlich zumindest diskutabel und schwierig. Das “neue Normal” vergrößert die Distanz zwischen Menschen im Alltäglichen, wenn man unterstellt, dass Nähe meist nicht nur, aber eben auch eine körperliche Dimension und Komponente hat. Vieles im “alten Normal” scheint auf lange, unbestimmte Zeit in unerreichbare Ferne gerückt.

Daneben: Jede Menge Wetter. Mai-April. Nachtfrost, kalter Wind, heiße Sonne. Staubige Wege und strahlend gelbe Ginsterblüze im Heller, dazwischen verteilt Menschen auf Decken und in Hängematten. Sand in den Schuhen und Haaren, ein Hauch von Süden im Dresdner Norden, und die Reifen des eigenen Fahrrads , zu schmal für den weichen Untergrund. Der eigene Geburtstag – im Regen. Und trotzdem Freude, nach Wochen der Trockenheit. Kaffee im Garten unter Wolken, in der Lücke zwischen den Schauern. Familie, Freunde wiedersehen nach langen Wochen, mit gebotenem Abstand. Anders normal, mit einer Mischung aus Glück und Sorge. Wie weit kann man gehen im Rahmen des Verantwortungsvollen, selbst innerhalb der zulässigen Regelungen…? Ab wann gefährdet man sich und andere? Vorsicht und Leben in Zwei-Wochen-Rhythmen. Im Garten gedeihen mittlerweile Kartoffeln, Salat, Ruccola, Pfingstrosen. Mit den Nachbarn: Gemeinsames Ausschneiden des vergreisten Kirschbaums, der seit Jahren keine Pflege gesehen hat. Neue Menschen, neue Netzwerke, und an sonnig-kühlen Nachmittagen immer wieder der Kaffee unter dem mittlerweile verblühten Flieder, der grünen, noch nicht zurückgeschnittenen Forsythie. Grillen und Feuerschale. Gießen mit Schlauch und Sonnenhut. Bestmögliche Seite des “neuen Normal”, nach wie vor oft ein schwer zu ertragender Widerspruch, der trotzdem Kraft und Ruhe gibt. Und endlich, immer wieder in diesem Monat, Regen auf trockenen Boden.

Historienbewältigung

In 2020 gehören diesem Mai interessante Jubiläen. Im Kleinen: Ein Vierteljahrhundert erfolgreichen Abitur-Abschlusses und Beginn der Ära kontinuierlichen Vergessens des damals Erlernten. 25 Jahre Beginn des Zivildienstes in der Unfallchirurgie, einer auf lange Sicht aus verschiedenen Gründen prägenden Zeit. 25 Jahre Volljährigkeit mit allen positiven und negativen Folgen. Im Großen 75 Jahre Ende des zweiten Weltkriegs. Und viele merkwürdige Gedanken dazu, inmitten all dessen, auch – wie quasi alles dieser Tage – unter dem Schatten der Welt von Corona. Im Kleinen eine ambivalente Wahrnehmung der Zeit, die unwahrscheinlich schnell verstrichen und gleichzeitig auch unfassbar lang und dicht gewesen zu sein scheint. Es ist merkwürdig, schon seit Jahren länger “erwachsen” zu sein, als man zuvor Jugendlicher, Kind war. Es ist merkwürdig, in Gedanken durch die Jahre zu ziehen und zu reflektieren, wie viele prägende Entscheidungen man getroffen hat, richtungsweisend und irreversibel. Es ist immer wieder merkwürdig, darüber nachzudenken, welche Möglichkeiten noch bleiben und welche schon nicht mehr, auch wenn sich meine Ambitionen zum Astronauten oder Profi-Sportler nach wie vor in Grenzen halten. Es ist merkwürdig, wenn man sich dabei ertappt, Menschen um sich herum in freier Wildbahn des alltäglichen Lebens wahrzunehmen, ihr vermutetes Lebensalter in Relation zum eigenen zu setzen und sich zu fragen, wo die Reise für einen selbst hingeht, wie lang man Adjektive wie “jugendlich” oder “junggeblieben” für sich reklamieren kann und ab wann man es lieber bleiben lassen sollte. Wie kann man in Würde wachsen in Jahren, ohne sich vollständig zu verlieren und gleichzeitig ohne eine bloße Karrikatur seines einstigen Selbsts zu werden? Spielt das überhaupt eine Rolle?

Es ist merkwürdig, in Anfällen von Nostalgie in Erinnerungen verloren zu gehen, sich dem Versuch hinzugeben, ein tatsächliches oder vermutetes Lebensgefühl von damals wieder zu greifen zu bekommen. Noch einmal so entspannt und unbeschwert sein, wie man es sich in die eigenen Teenager-Jahre hineindichtet, hineinwünscht. Es tatsächlich schaffen, an den Punkt zu kommen, an dem man in Zeiten von Pandemie und Dystopien allerorten eigentlich kommen müsste – den Tag genießen, jeden Augenblick bewußt und dankbar leben. Gelegentlich wird dieser Tage postuliert, jede Generation hätte ihren gravierenden historischen Einschnitt zu bewältigen und die Corona-Pandemie sei, nach dem zweiten Weltkrieg, eben nur der nächste. Vielleicht ist das gar nicht abwegig, zumindest schließt sich damit der Kreis zwischen persönlicher Retrospektive und größerer Historie für den Moment, bleibt ein deutlich milderer und freundlicher Blick auf die einem geschenkte Zeit, die Erinnerungen und die Augenblicke, die waren und sind, jenseits aller kleinen Unzufriedenheiten. Es bleibt die Herausforderung, das “Jetzt” zu ordnen. Mit wenig gesundheitlichem Schaden für möglichst wenige Menschen – die am Ende als Einzelschicksale hinter jeder abstrakten statistischen Zahl stehen. Mit wenig existenziellem Schaden für möglichst wenige Menschen, was schwierig ist in einer Abwägung zwischen Vorsicht und Lockerung, in einem beständigen und besonnenen “Tanz mit dem Tiger“. Besonnen – hoffentlich. Manchmal hat man hier Zweifel, wenn man sich vergegenwärtigt, aus welcher Richtung in welcher Tonlage Proteste gegen Vorsicht laut werden, wenn man wahrnimmt, dass auch hier die lauten, fordernden Stimmen selten die vernünftigen und bedachten sind…

Ansonsten gab es im Mai noch ein anderes Jubiläum: 25 Jahre mit Befähigung und Befugnis, Automobile auf öffentlichen Straßen bewegen zu dürfen. Auto nicht als Identifikationsgegenstand oder Statusobjekt, meist schmuddelig, selten gewaschen, leider viel zu wenig gepflegt. Autofahren als Möglichkeit zu Reichweite, um zu Zeiten an Orten sein zu können, an denen man sonst nicht sein könnte: Der italienische Süden in heißer Sommernacht, zwischen stickigen endlosen Tunneln und überfüllten Kreuzungen, überall Autos, Vespas, Menschen. Neapel, Castellammare de Stabia, Vico Equense. Der vergebliche Versuch, im überhitzten Auto zu schlafen auf engem Parkplatz, und am Morgen der erste fassungslose Blick über das Mittelmeer vor Sorrent tief unten vor der Steilküste. Dann irgendwo in der Mitte Deutschlands, späte Dämmerung im Juni, Betonparkplatz, Cola und Hamburger bei offener Fahrertür, dazu Front 242, La Morte De La Maison und Sampler längst vergessener Magazine von leiernder Band-Kassette. Depeche Mode-Lederjacke, schwarze Klamotten, graue Socken. Stilistische Irrungen und Selbstfindung. Never stop. Viel später auf dem Land zwischen namenlosen Dörfern, Straße kaum breiter als das Auto und von Löchern übersät. Blühende Felder, Luft schwer von Pollen, Rauch der stickigen Kneipe in Kleidern und Haaren. Unterwegs in einer Nacht noch finsterer durch die Wolkenwand von hinten, die sich kurz danach in Blitzen und strömendem Regen entladen, den Raum zwischen Himmel und Straße für den Moment klar waschen würde. Noch sehr viel später jener Parkplatz an der A20 Richtung Rügen. Stoppelfeld, Scheinwerferkegel über brache Erde, Windräder als scharfe Silhouetten vor dem Sonnenuntergang im Rückspiegel. Rückspiegel. Immer dasselbe Gesicht, und doch nicht. Grauere lichtere Haare. Grauer Bart. Falten. Spuren vergangener Zeit. Und anderes Fahrzeug… Keine Romantisierung der Straße oder des Individualverkehrs auf Basis der Verbrennung fossiler Rohstoffe. Wir als Gesellschaft sollten nachhaltige und umweltverträgliche Mobilität auf robustere Füße stellen als die nostalgische Erinnerungen und Verklärungen alternder Säcke. Die junge Generation wird andere Geschichten schreiben, irgendwann ihrerseits Gedanken, Gefühle, Erinnerungen daran heften – und hoffentlich nie ihre Erinnerungen über Gebühr ihr Urteilsvermögen für die Belange der Gegenwart überschatten lassen. Und ebenfalls hoffentlich wird inmitten dieser Geschichten, der alten und der neuen, Platz bleiben für Verständnis und gegenseitigen Respekt, in beide Richtungen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die dieser Tage leider viel zu oft fehlt.

Ton aus Strom

Musik gehörte, gehört zu den Geschichten, wie schon gesehen. Immer. Ausnahmslos. Auch im Home-Office, zwischen Videokonferenzen. Musik hilft, den Fokus zu wahren und manchmal auch Abstand zu gewinnen. bandcamp hat zu Beginn des Monats wieder einmal eigene Einkünfte zugunsten der Künstler gestrichen und ich entlang dessen einige Alben von Bands und Musikern erworben, die schon länger auf meiner Playlist stehen. Etwa die noch ausstehenden Releases von NNHMN, die Live-Veröffentlichung der Post-Black-Metaller Ultar oder “Legacy”, das jüngste Werk der musikalisch ähnlich gelagerten Second To Sun aus St. Petersburg.

Ansonsten bin ich über ein eher zufällig entdecktes Live-DJ-Set von Alison Lewis aka Zoe Zanias für HÖR Berlin gestolpert. Ihre Musik erscheint hier immer wieder, begleitet mich seit über sechs Jahren, und diesen Monat bin ich in das Kaninchenloch dessen gefallen, was dieser Tage durch Labels wie aufnahme+wiedergabe oder Fleisch veröffentlicht wird: Moderne, harte elektronische Musik. Dunkel, verzerrt, industriell, kühl. Stilistisch und ästhetisch in Tradition dessen, was Projekte wie Front Line Assembly, Front 242, Haujobb oder Die Krupps in den 1990ern veröffentlicht haben, und der Dinge, die Anfang des Jahrtausends auf den Maschinenfest-Veranstaltungen und Samplern durch Hypnoskull, Mlada Fronta, Winterkälte und dergleichen fortgeführt wurden. Eine Verschmelzung aller möglicher elektronischer Stilrichtungen, befreit von vielen ästhetisch und musikalisch indiskutablen Irrungen im elektronischen Mainstream der Jahre dazwischen. Und eine Nutzung der Möglichkeiten der Werkzeuge, die weit über das Aufnehmen eigener Musik durch Spielen von Instrumenten hinausgeht (eine mentale Hürde, die ich vor Jahren irgendwann überspringen musste). Neue Namen dazu sind eben Zanias, Lapse Of Reason, Harsh Mentor, Imperial Black Unit, Fractions oder Years Of Denial. Und dazu eine endlose Sammlung von Playlists und Soundcloud-Mixes. Ich merke immer wieder, dass mir Musik dieser Coleur hilft, in verschiedenen Situationen konzentriert kreativ zu sein, professionell wie privat. Ich merke, dass ich zu dieser Musik strukturierter denken, besser (Code, Text) schreiben kann. Ich merke, dass ich bei solcher Musik langsam wieder in den Modus komme, in dem ich die Dinge weiter tun möchte, die ich vor etlichen Jahren auf Flickr aufgehört habe zu tun. Vermutlich ist das alles belanglos wie so vieles – aber zumindest fühlt es sich irgendwie freundlich an.

Interessant indessen ist es, im Selbstversuch den Umgang mit Musik dieser Tage zu beobachten, und im weiteren Sinne der Einsatz von Werkzeugen auf dem eigenen Laptop. Zwar versuche ich, aus verschiedenen Gründen, Musik, wann auch immer möglich, über bandcamp als Download zu beziehen. Für die Wiedergabe auf dem Mobilgerät, mit begrenztem monatlichen Datenvolumen und immer wieder Bereichen ohne Netzabdeckung, ist das immer noch plausibel. Aber letztlich bleibt das zumindest in Tagen, in denen Musik zu Hause am Computer passiert, eher eine Fallback-Strategie, ein Versuch des Backups, um dem Risiko vorzubeugen, dass der Online-Dienst irgendwann verschwindet und die Musik dann unerreichbar ist.

Web all over.

Im Alltagsbetrieb kommt für Musik zunehmend genau das Werkzeug zum Einsatz, das für nahezu alle anderen Anwendungszwecke auch Verwendung findet: Der Browser. Nicht, dass der besonders gut geeignet wäre dafür. Aber er ist immer noch besser als nahezu alle lokalen Anwendungen. Auf dem (Linux-)Desktop scheitert das an ewig vielen Kleinigkeiten: Etwa Playern, die sehr “opinionated” sind, was die Benutzerführung betrifft. Oder Musikdateien, die ohne Metadaten wie Künstler, Genre oder dergleichen kommen. Oder Werkzeugen, die keine vernünftige Suche über oder Navigation zwischen verschiedenen Interpreten, Titeln oder Alben erlauben. Von Verknüpfungen über den eigenen engen Kontext hinaus gar nicht zu reden. Etwa: Welchen Track höre ich gerade in dem Zwei-Stunden-Mix bei meiner gegenwärtigen Zeitmarke? Welcher Künstler ist das, was weiß oder finde ich über den? Im Web, ganz gleich ob bei YouTube oder den ganzen anderen bösen Plattformen, gelingt das. Lokal gelingt das kaum bis nicht, weder in der Minimal-Erwartung (Links zu Seiten wie Wikipedia oder Suchmaschine der Wahl) noch im Idealisierten: Links, die semi-automatisch den Download von Musik in die lokale Sammlung ermöglichen, je nach Definition des Veröffentlichers auch gegen Bezahlung oder Spende. Vorschläge einer Playlist aus lokaler und neuer Musik entlang des letzten Verlaufs, wie es Soundcloud, YouTube oder Spotify tun. Lokal bleibt oft wenig mehr als ein Werkzeug, um Audiodateien in einem Dateisystem abzuspielen. Schmerzhafte Einsicht – 24 Jahre Linux-Desktop, und ich glaube mehr und mehr, dass Moxie Marlinspike recht hat: “The browser has won the desktop.” Und: Das Web hat zumindest die Anwendungen gewonnen – zu gleichen Teilen, weil wir uns an die Allverfügbarkeit schneller, stabiler Netzwerkanbindung gewöhnt haben, weil die Verfügbarkeit von, die Navigierbarkeit durch verknüpfte und “verwandte” Daten dort leicht und relativ zügig möglich ist. Und leider auch, weil der Desktop, in Sonderheit leider der Linux-Desktop, an viel zu vielen Punkten immer noch in Paradigmen, Anwendungsvorstellungen und Usability aus den 1990ern und frühen 2000ern hängengeblieben ist. Aber glücklicherweise ist das kein wirkliches Problem, weil die Antwort leicht ist: Der Nutzer soll bitte seine Erwartungshaltung ablegen und endlich lernen, dass Bequemlichkeit nur verderblich ist und ein wenig Einarbeitung zu der Erkenntnis bringt, dass die Dinge durchaus so, wie sie sind, gut und richtig sind. (Manche Diskussionen möchte ich nach all diesen Jahren nicht mehr führen und muss das, glaube ich, auch nicht…).

Sonne und Schieflagen

Und irgendwann ist der Mai dann verstrichen. Längere Tage, hellere und mildere Stunden, aber unverändert widersprüchlich wie die letzten Wochen: Erster längerer Ausflug seit dem Lockdown, mit Freunden, in die Seenlandschaft um Markkleeberg, auch wenn das diesjährige, eigentlich fest eingeplante Wave-Gotik-Treffen erwartungskonform abgesagt wurde. Zwei Tage in den rekultivierten Spätfolgen des mitteldeutschen Braunkohle-Abbaus, auf den Flächen ehemaliger Dörfer an sommerlichem Seenstrand. Langes Pfingstwochenende, vor dem Hintergrund der mitnichten ausgestandenen Corona-Krise, vor den Nachrichten des gerade erst aufflammenden Feuers von Protesten in den USA infolge des gewaltsamen Todes des George Floyd, mit denen das Thema von Diskriminierung und alltäglichem, strukturellem Rassismus wieder in eine breite Öffentlichkeit gebracht worden ist. Fefe spricht vom “amerikanischen Frühling”, der Begriff belustigt nicht wirklich, man lernt einmal mehr Bereiche gesellschaftlichen Lebens zu sehen, von denen man zwar durchaus wußte, mit denen man sich in Tiefe nie beschäftigt hat, weil man nie selbst betroffen war. Ob es zu spät ist, sich für die richtigen Dinge einzusetzen und darauf zu hoffen, damit irgendetwas bewirken zu können…? Wir werden es wohl sehen, vielleicht im Juni. Bis dahin kommt gesund und behütet durch die Zeit. 🙂️

4 Kommentare

  1. Gute Frage… mein gegenwärtiger Desktop ist seit relativ langer Zeit elementaryOS, weil mir der visuell gut gefällt und ich an dem Projekt schätze, dass sie das Thema der Finanzierung von FLOSS lösen wollen. Ansonsten wäre das “Ideal” wohl eine Mischung aus KDE (Technologie) und GNOME/elementary (Usability), verbunden mit Scripting-Fähigkeit und der Möglichkeit, Online-Dienste so einbinden zu können, dass sie nahtlos in sinnvollen Desktop-Anwendungen zur Verfügung stehen. Aber das wird wohl nie passieren… 😉

  2. Die technologischen Parameter von KDE, die zu einem Vorteil führen würden, sind mir unklar. Persönlich meide ich QT und KDE wo es geht, weil mir das alles zu “bloated” daher kommt. Was übersehe ich vielleicht?

  3. Interessant. 🙂 “Bloated” auf welcher Ebene? Zumindest was Hardware-Ressourcen betrifft, erlebe ich KDE/Qt auf denselben Maschinen oft als performanter und stabiler als konkret GNOME, für andere GTK+-Desktops variiert das etwas. Ansonsten, was die Technik betrifft: Ich halte Qt für die modernere Bibliothek (im Vergleich zu GTK+/glib), die Entwicklungs-Umgebungen (qt-designer, kdevelop) samt Dokumentation für KDE für *merklich* ausgereifter und empfinde den Desktop an manchen Stellen als deutlich leistungsfähiger. So war kmail etwa der bislang einzige wirkliche Mail-Client, mit dem ich für das serverseitige Filtern unseres IMAP-Servers die Regeln im Client bearbeiten und über das zugehörige Protokoll (sieve) auf den Server schreiben konnte. Auch auf der Ebene der Architektur unter der Oberfläche war KDE immer sehr durchdacht (kioslaves, kparts, dcop und dieser ganze Kram). Dafür konnten die nie wirklich Design, leider. Und auch heute merkt man das der Oberfläche an: Es geht extrem viel, aber vieles wirkt in der Nutzerführung ungeschliffen und zufällig. Leider. 😐
    (Nebenbei: Warum ist libralop.de nicht auf mastodon…? 😉 )

Kommentare sind geschlossen.