Offenheit und Alternativen im Cloud-Zeitalter?

Aus bekannten Gründen habe ich mich in den letzten Tagen wieder recht intensiv mit offenen Kommunikationskanälen, Messengern, sozialen Netzen und dergleichen beschäftigt, mich durch meine zahllosen Accounts geklickt und letztlich resigniert wieder davon abgelassen. Es kostet Zeit, ist anstrengend und bringt an vielen Stellen nichts. Das gegenwärtige Durcheinander mit diesen Tools resultiert vorrangig aus der Geschlossenheit und dem Umstand, dass man im schlimmsten Fall zwei Hände voll von Anwendungen nutzt, um jeweils mit ein, zwei Nutzern zu kommunizieren, die sich für ihr Umfeld genau auf dieses Tool eingelassen haben, weil Interoperabilität ein Fremdwort und weder gegeben noch gewünscht ist. Daran können auch “offene” soziale Netzwerk derzeit nichts richten, ganz im Gegenteil: Zwar sind Plattformen wie Diaspora, Friendica oder Movim technisch teilweise extrem spannend. Dort gibt es auch Nutzer, mit denen man kommunizieren kann, wenn man will.

Am Ende jedoch bricht es sich auf die Erkenntnis mit XMPP zurück: Schön, einen Account zu haben, und sei es für das gute Gefühl, den Standard zu unterstützen – aber als Werkzeug, um mehrere andere derartige Tools (idealerweise alle) in einem zu vereinen und sich die Menge an Ärgernissen zu ersparen, die aus vielen Accounts, vielen Anwendungen, vielen Gesprächsverläufen, vielen kleinen Teilnetzen erwachsen, vom Hals zu schaffen, ist es mitnichten geeignet. Dafür bräuchte es ein Werkzeug, eine Plattform, …, das möglichst viele der Vorteile der offenen Ansätze (Verteilbarkeit, Standardprotokolle für beliebige Clients, …) und die unstrittigen Vorteile der “Mainstream-Plattformen” (einfachste Zugänglich- und Nutzbarkeit auf allen denkbaren Geräten, schnelles Finden von Kontakten aus dem eigenen Dunstkreis, verlässlich und relativ stabil verfügbarer Dienst, …) miteinander verbindet. Davon sind wir indes leider meilenweit entfernt, und die Menge an Facebook- oder Twitter-Reimplementationen vermag das nicht in Ansätzen zu ändern. Irgendwie fast schon schade um die Zeit. 🙁

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