Brückentheater und Betonköpfe

Erstaunlich, aber wahr: Noch ist das Dresdner Elbtal Weltkulturerbe, wenngleich auch nur noch bis 2009, denn gerettet werden kann der Titel wohl nur durch einen Stopp der derzeit doch rasch voranschreitenden Bauarbeiten, wovon eingedenk der “Fakten-schaffen!” – Mentalität der einschlägigen Protagonisten selbst vor der potentiellen Aussicht, Dresden, Sachsen und Deutschland in die Geschichte des Welterbe-Programmes als zweite Stätte einzugehen, der ein derartiger Titel im Nachhinein wieder aberkannt wurde, wohl eher nicht auszugehen ist. Schließlich kann uns ja nichts anderes als nur genau diese Brücke genau dort in unseren Verkehrsproblemen helfen… Was eigentlich nur zu zitieren bleibt, ist die Reaktion der sächsischen Wissenschaftsministerin Eva Maria Stange:


Die Entscheidung der UNESCO, dem Elbtal einen letzten Aufschub zu gewähren, sei die „letzte Chance für das Dresdner Lehrstück politischer Kompromisslosigkeit“, sagte Stange am Freitag laut einer Mitteilung ihres Ministeriums.

Dem ist nichts hinzuzufügen, insbesondere im Hinblick auf die Kompromißlosigkeit…

2 thoughts on “Brückentheater und Betonköpfe”

  1. Naja, ich halte es schwach was die UNESCO mit ihrer “Erpressertaktik” da abzieht, geht schon in Richtung peinlich, zumal immer wieder zu betonen ist das in den Bewerbungsunterlagen zum Welterbe eine geplante Elbquerung (und zwar eine oberirdische) Bestandteil der Landschaft war.
    Mir schint als hat sich die UNESCO von Brückengegnern instrumentalisieren lassen und kann nun selbst nichtmehr vor noch zurück…

  2. @schmidtl: Klar. Die Transparenz der Welterbe-Kommission steht aus meiner Sichtweise auch in Frage, aber andererseits halte ich es für ein Armutszeugnis par excellence, daß es in dieser Stadt _niemand_ schafft, einen Kompromiß zuwege zu bringen, der eine brauch-, belast- und vertretbare Lösung in hinnehmbarer Zeit zuwege bringt. So gesehen halte ich es für arm, daß es der Welterbe-Kommission und ihrer “Taktik” bedarf, wo die zahlreichen fachlichen Argumente gegen die Brücke in ihrer jetzigen Dimension und Planung eigentlich vollends ausreichen sollten… 🙁

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