Krawallmacher und (De?)Eskalation

Die Bilder der Krawalle im Rahmen der ersten G8-Demonstration in Rostock sind sicher noch in den Köpfen, und erwartungsgemäß wird nun einmal mehr seitens der ‘üblichen Verdächtigen’ mehr Härte und drastischeres Durchgreifen gefordert. Sei dem, wie es wolle: Interessant zum Thema finde ich diesen Bericht auf Deutschlandradio Kultur, der als Volltext online ist. Den Artikel sollte man in der Gänze unbedingt lesen, eine der vielen zitierenswerten Passagen:


Man hat äußerste Gefährdung vorgegeben oder tatsächlich empfunden, man hat zu Sicherheitsmaßnahmen gegriffen, die weit in die Rechte von Menschen eingriffen. Das nenne ich bereits eine Eskalation, das war höchste Eskalationsstufe eigentlich überhaupt.

Ausdrucken! Bleibt zu hoffen, daß die nächsten Tage von Ausschreitungen im Stile des Wochenendes verschont bleiben, im Interesse der friedlichen Demonstranten und ihrer politischen Ziele, aber auch im Interesse der Sicherheit der Polizeibeamten. Bleibt aber auch zu hoffen, daß sich die Idee der De-Eskalation anstelle noch “härterer” Sicherheitsmaßnahmen auch bis in die Kreise der Entscheider und Verantwortlichen herumspricht… Wie war das nochmal? Aktion und Reaktion? Gewalt und Gegengewalt?

Nachtrag: German Foreign Policy hat einen lesenswerten Artikel zur medialen Wahrnehmung der bisherigen Ereignisse um den G8-Gipfel im In- wie auch Ausland. Fazit:


Die überbordende Repression führt zu Auseinandersetzungen zwischen den Regierungsparteien und entwertet das Schaubild von den friedlichen Zuständen in der deutschen Musterdemokratie. Wie es in mehreren Berichten deutscher Diplomaten im Ausland heißt, ist der Eindruck in den Gastländern “negativ” bis “katastrophal”.

(via netzpolitik)

4 thoughts on “Krawallmacher und (De?)Eskalation”

  1. Auf einer Pressekonferenz des der Gesamtkoordination des G8-Protestspektrums wurde heute ein Bild veröffentlicht, das eine Person zeigt, die hinter einer Polizeikette auf dem Bauch liegt ein T-Shirt um den Kopf gezogen hat. Der RAV erklärt dazu:

    “Die Person, die das Foto gemacht und uns übergeben hat, beobachtete, wie ein Polizeibeamter einen jungen Mann mit einem Schlag zu Boden brachte. Der junge Mann lag dann mit Gesicht und Bauch zum Boden zugewandt, während ein Beamter mehrfach mit der Hand seinen Kopf auf den Boden stieß und ein anderer Polizist das weiße T-Shirt […] um den Hals des Betroffenen wrang und zuzog.”

    mehr bei Fehler im System…

  2. Ich hoffe auch, dass die friedlichen Demonstranten ihre Botschaften vebreiten können. Leider wird das ja von gewaltbereiten übeschattet.
    Als Zyniker müsste ich sagen: Die militanten Demonstranten bräuchten Gegendemonstranten. Die militanten sollten irgendwie mal ausgezählt werden, mich zumindest würde das ordentlich frustrieren, wenn meine Botschaften wegen dem Schwarzen Block nicht ankommen würde.
    Weiteres in meinem Neulingsblog, Ich würde mich auf Kommentare ebenfalls freuen!

  3. @schmidtl: Weil die alle von “derselben Stelle” eingekleidet worden sind, streng auf szene-übliche Stereotype achtend… 😉

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