Bundestag, TLDs und Reis

Als ob wir keine anderen Sorgen haben derzeit: Wenn man heise.de glauben darf (und an Tagen vor und nach dem 1. April kann man das für gewöhnlich schon), dann beschäftigen sich unsere Parlamentarier derzeit gerade mit dem Initiieren neuer, fragwürdiger Top Level Domains:


Adresszonen wie .bayern, .nrw oder .berlin würden den Ländern und Gemeinden erlauben “sich noch stärker als bisher in ihrer Eigenheit wirtschaftlich und kulturell weltweit zu präsentieren”, heißt es in dem Antrag. Die Nachfrage nach Regional- und Cityadresszonen ist beträchtlich. In Städten wie London, New York City und Berlin würden beispielsweise heute schon mehr Domainregistrierungen verzeichnet als in über 150 Ländern, die bereits über eine eigene Top-Level-Domain verfügen.

Das mag ja alles sein, aber vielleicht sollte man sich vor Augen führen, daß DNS von der Idee her eine hierarchische Angelegenheit ist, und anstelle eines sinn- und zweckfreien Wildwuches von TLDs (heraufbeschworen dadurch, daß irgendwann selbst Hintertupfingen und seine 500 Einwohner unbedingt eine ebensolche haben wollen) lieber das hierarchische Modell konsequent und sinnvoll umsetzen. Daß nun “….bayern.de” so sehr viel sperriger als “…bayern” ist, steht zumindest ernstlich zu bezweifeln (die Frage, wo das Fehlen dreier Zeichen ein “Mehr” an “weltweiter Präsentation” sind, sei dahingestellt – insbesondere dann, wenn der TLD-Aufruf vielleicht noch auf einer Site endet, die es gerade mal in deutsch gibt). Aber dann müßte man vermutlich zuviel umdenken – schwierig in einem Land, in dem man durchaus auch “Antigua” mit “Aktiengesellschaft” gleichsetzt…