Klimaschutz? Oder doch nicht?

Helfen Sie mir auf die Sprünge, Frau Bundeskanzlerin: Gestern noch beredte Fürsprecherin für internationale Bemühungen, den Klimawandel und seine negativen Folgen durch entsprechende Schutzmaßnahmen zumindest zu kompensieren (wobei “die EU wieder eine Vorreiter-Rolle einnehmen muß”) – und heute, da genau hier jenseits purer Diskussion konkrete Maßnahmen angegangen werden sollen, dann doch lieber wieder keinen Klimaschutz, da er wirtschaftliche Gegebenheiten im Lande gefährden könnte?

Sehen wir den Dingen doch ins Auge: Es ist nicht abzusehen, daß irgendeine Klimaschutz-Maßnahme, von wem auch immer vorangetrieben, den Segen oder gar die Begeisterung der Industrie gewinnen können wird (wo doch die Vermittlung des “Wissens”, daß Umweltschutz für ein Unternehmen grundsätzlich profitlose Aufwendungen sind, schon in BWL-Grundvorlesungen stattfindet). Aber sich deswegen von sämtlicher Konsequenz lossagen, von einer Fürsprecherin des Klimaschutzes vor den Lobby-Karren der deutschen Auto-Industrie und deren Liebe zu schweren Luxuslimousinen Familien-Vans zu wechseln, das irritiert schon ein wenig…

Nachtrag: Einen interessanten Kommentar zur Sache hat’s auch hier – “Die Auto- und Ökokanzlerin”. Ebenfalls lesenswert dieser Bericht auf lobbycontrol.de, der zudem die Rolle von EU-Kommisar Verheugen in diesem putzigen Spielchen beleuchtet. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.