Verwundbare Mono-Kulturen

Was sich in den letzten Tagen den Weg durch die Regionalnachrichten gebahnt hat, hat den Technik-Interessierten aufhorchen lassen: Offensichtlich war das EDV-System im Landratsamt Aue-Schwarzenberg so weitreichend von Viren befallen, die die Arbeit der Behörde gelähmt und insgesamt eine deutlich dreistellige Zahl von Rechnern befallen haben. Mittlerweile ist aber zumindest der (auf Microsoft IIS 5.0 gehostete… ) Web-Bereich des Hauses wieder erreichbar, wenngleich auch verschiedene Rubriken, nun ja, noch etwas leer wirken.

Erkenntnis: Wieder einmal zeigt sich der Segen einer IT-Monokultur, in der es unbedingt und immer Software von einem ganz bestimmten Hersteller sein muß – ganz abgesehen von der Frage, warum gerade in der öffentlichen Verwaltung in großem Stil Geld für ganz bestimmte Software verbrannt wird, obwohl Alternativen kostengünstiger mehr Sicherheit bieten könnten. Mir für meinen Teil bereitet es Sorge, daß seitens der Behörden nicht mehr Sorgfalt im Umgang mit den Daten der Bürger herrscht.

Nachtrag, siehe auch Kommentare: Spätestens per heute, 27. September, sind die Links zu den zitierten News-Quellen nicht mehr aktiv. Fraglich, ob Server-Fehler (bei beiden gleichzeitig), gezielte “Verschwörungs-Theorie” oder nurmehr die Unfähigkeit der Redaktionen, ein Nachrichten-Archiv in den eigenen Web-Präsenzen zu pflegen. Letzteres halte ich für am wahrscheinlichsten…

4 thoughts on “Verwundbare Mono-Kulturen”

  1. @schmidtl: Ich hab die Studie konkret nicht gelesen, aber insgesamt: Da die Studie laut dem zitierten Artikel Microsoft-finanziert ist, überrascht das Ergebnis wenig. 😉 Insgesamt aber sehe ich folgende Punkte:

    – Wenn schon “TCO” (…), dann muß zumindest beispielsweise auch kompetentes Personal vorhanden sein. Ich weiß nicht um die Qualifikationen der IT-Abteilungen in ASZ, aber ich kenne genügend andere öffentliche Einrichtungen, in denen es keinen wirklichen “Admin” in dem Sinne gibt, in denen irgendein sonstiger Mitarbeiter (der schonmal eine Windows-Installation beobachtet hat) diesen Posten quasi “halbtags” besetzt. Da wird dort Windows ausgeschrieben, weil der nix anderes kann…

    – Ansonsten, wenn man davon ausgeht, daß die TCOs irgendwo annähernd gleich sein sollten (was ich, wie gesagt, noch nicht plausibel bewiesen sehe), dann bleiben immer noch die höheren Anfangsinvestitionen in die Windows-Welt. Man stelle sich die Konstellation dort (22 Server? > 300 Arbeitsplätze?) aus Sicht von MS Windows – Server-Access-Lizenzen, MS-Exchange – Nutzer-Lizenzen und ähnlicher Dinge vor. Die Zahl dürfte auch mit “Dumping-Paketen”, mit denen MS die öffentliche Verwaltung zu ködern versucht, immer noch beeindruckend sein. 😉

  2. Ja, klar lässt sich über Sinn, Unsinn und Finanzierung solcher Studien immer streiten, ich wollte nur anmerken das die pauschale “Linux ist billiger” Argumentation mit Vorsicht zu genießen ist…

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