Diktatur des Eigentums, revisited

Ohne viele Worte, da man das Thema ohnehin auf den einschlägigen Sites ausführlich nachverfolgen kann: Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich wurden am heutigen Mittwoch neue Gesetzgebungen verabschiedet, um Regelungen zum Schutz von Urheberrechten auf etwas zu bringen, von dem man vermutet, daß es ein für das 21. Jahrhundert und die gegebenen technischen Realitäten ein “angemessener Stand” sein könnte.

Es hat keinen Wert, darüber zu diskutieren, vermute ich. Ich glaube nicht, daß sich mittelfristig überhaupt jemals so etwas wie ein “fair use” realisieren lassen würde – zu groß die Lobby der Medienindustrie, die (wie in Frankreich im Falle des Auftretens des Vivendi-Konzerns) massiv in Richtung weitreichender Beschneidung der Kundenrechte drängt, zu groß auch die Masse derer, die (als Nutzer) weit jenseits von “fair use” das Internet als einen Selbstbedienungsladen betrachtet und sich entsprechend, jenseits aller “privaten” oder “fairen” Nutzung, nimmt, was sie kriegen kann. Euch beiden haben wir Reglementierungen zu verdanken, die inmitten der Fronten zwischen mächtigen Konzernen und entrechteten, zu bloßen Konsumenten zusammengestutzten Kunden abstruse Rechtslagen konstruiert, die angetan sind, per se faszinierende und sinnvolle Möglichkeiten neuer Technologien künstlich zu beschränken und zu zerstören. Ignoranz und Dummheit ist schon eine feine Sache. Noch ein Argument mehr, massiv alternative Rechts- und Lizenzmodelle in der digitalen Welt zu unterstützen… oder aber Musik direkt vom Künstler kaufen – gibt’s hier eigentlich schon ein “Öko-Siegel”, so nach dem Motto “aus freiem Anbau, garantiert ohne industrielle Zusätze”?