Web 2.0, “Lifestyle”, Leere

Ohne groß überflüssige Worte dazu zu verlieren: heise hat einen lesenswerten Rückblick für alle, die sich nicht unbedingt für den Digital Lifestyle Day interessieren, aber trotzdem wissen wollen, was es dort so gegeben hat. Schätze ich doch vieles, was unter dem markigen Schlagwort Web 2.0 ins Volk geprügelt wird, als grundsätzlich nicht schlecht (da an diesem Punkt Computer, Technologien eine sehr viel breitere Zielgruppe als bisher erreichen, da es mit Anwendungen wie flickr sehr viel schneller möglich ist, jenseits der Netze von Computern auch Netze von Menschen zu bauen, die vor diesen Rechnern sitzen), so lehrt der Begriff “Lifestyle” in diesem Kontext schon das Fürchten und nährt schlimme Vermutungen, die der heise-Artikel noch zu untermauern weiß:

Metromedien wie Socialight oder das in Deutschland gestartete Plazes.com sind hip. Die Digitalnomaden, die im Hotel nicht wissen, was sie am Abend machen wollen, befragen ihre Platzhaltermaschinen und finden im Nu Gleichgesinnte. Der Flaneur, der mit dem richtigen (Nokia-)Mobiltelefon durch das Labyrinth der Städte wandert, bekommt von Socialight laufend Empfehlungen anderer zugeraunt: Hier gibt es einen tollen Kaffee, dort hat Toddy seinen Wagen um den Baum gewickelt. Nur natürlich, dass viel Werbung mitgesendet werden kann, was die Plagger (“Places Tagger”) anscheinend kaum stört, wenn sie diese “StickyShadows” verfassen.

Wohl ein unangehmer Nebeneffekt von Web 2.0: Neben jenen, die Computer als Werkzeug für Kreativität für sich entdecken, tut sich auch gleich ein endlos großer Markt auf für all jene, denen man Technologie, Hardware, Software, Werkzeuge, befreit von Sinn und jeglicher wirklichen, “nützlichen” Funktion, als “hippes Spielzeug” vermittelt für den trendbewußten Konsumenten, der sonst schon alles hat.
Vielleicht wäre zur Abwechslung ‘mal ein “Digital Awareness Day” angezeigt…

(mehr dazu auch auf netzpolitik.org)