Die Selbstdemontage von Google

Nicht wirklich neu, aber immer wieder , nun, irritierend: Google zensiert, um auf dem chinesischen Markt operieren zu können. Aus meiner Sicht beeindruckend insbesondere im Hinblick darauf, wie weit Google mittlerweile in das Verständnis gehört, welches eine große Masse der Nutzer von “Internet” hat. Google-Mail, Google News, Google Local – welchen Sinn haben die ganzen Dienste eigentlich noch? In dem Moment, in dem sich Google offiziell zu Zensur bekennt, und sei es, um opportunistisch im wachsenden chinesischen Markt Umsatz zu generieren, ohne mit den dortigen Reglements in Konflikt zu geraten, steht die gesamte Verläßlichkeit der Suchmaschine global in Frage. Wer sagt, daß diese “Zensur” auf China beschränkt ist? Wer kann mir versichern, daß nicht längst andere Interessensgruppen das “große G” schon zu weitergehenden, weltweiten Filter-Maßnahmen “motiviert” haben? Wie kann ich davon ausgehen, daß Such-Ergebnisse, die Google mir präsentiert, nicht durch irgendjemanden modifiziert oder beeinflußt sind? Wie kann ich sicher sein, daß mich alle meine Mails erreichen, daß nicht schon providerseitig in Google-Mail vorselektiert wird, was ich empfangen darf und was ungelesen im Abfall landet? Mit solchen Aktionen verliert Google als Informationsquelle in großem Maße an Wert. Zeit, sich mit anderen Suchmaschinenkonzepten auseinanderzusetzen, etwa yacy. P2P kann schließlich mehr, als nur Dateien zu verteilen. Bis das richtig funktioniert, werde ich mich wohl anderer Suchmaschinen bedienen.

Mehr dazu bei schockwellenreiter, futurezone, netzeitung, heise, golem; netzpolitik.org bringt es auf den Punkt im Kommentar “Google: Wir sind auch böse”, und eine ausführliche Stellungnahme zu den menschenrechtlichen Implikationen dieser Übung findet sich bei RSF (auf Englisch).

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