Nie wieder Sony

Was Musik- und Unterhaltungsgigant Sony in letzter Zeit seinen Kunden zumutet, ist schon enorm: Zuerst beginnt man, Musik-CDs mit einer Copyright-Technologie auszuliefern, die sich auf dem (Windows-)System des Nutzers ganz nebenbei installiert, in den Innereien des Systems versteckt und dort vermutlich auch geblieben wäre, wären nicht aufmerksame Zeitgenossen dieser Zauberei gewahr geworden. Danach rudert man zurück, versucht sich in Schadensbekämpfung, veröffentlicht einen Uninstaller für die entsprechende Software und nimmt die strittige Software schließlich vom Markt.

Doch vorbei ist es damit noch nicht, insofern, als daß der Uninstaller nicht wirklich nur die diskutierte Stör-Software entfernt, sondern zudem auch noch einen ‘Fernzugriff’ installiert, der es böswilligen Dritten (Sony selbst?) potentiell erlaubt, Code auf den Computern der Nutzer auszuführen. Sehr hübsches Feature, also. Doch während sich verschiedene Medien und Weblogs ausführlich dieser Sache angenommen und kontrovers damit auseinandergesetzt haben, gibt es trotz Rückrufaktion keine wirkliche Einsicht bei Sony:

Ich glaube die meisten Menschen wissen gar nicht was ein Rootkit ist, warum sollen sie sich also darum kümmern?

Genau. Ich glaube, die meisten Menschen wissen gar nicht, was es mit Copyright und Privatkopien auf sich hat – why should they care? Unwissenheit von Nutzern in dieser Art und Weise auszunutzen, ist jedenfalls ausgenommen dreist und eigentlich kaum zu rechtfertigen – noch ein Argument mehr, sich von den Produkten von Häusern wie Sony BMG so fern als möglich zu halten. Achja, nur am Rande: Das Rootkit stört nur Windows-Rechner… 😉

Nachtrag: Sory Electronics bietet einen sehr guten (englischen) Überblick über das ganze XCP-Fiasko (gefunden bei fukami).