Fernmündliche Frühlingsbilder

Des Jahres vierter Monat ist verstrichen, bevor er richtig begonnen hat. Zumindest bleibt dieser Anschein in Erinnerung, mit dem Blick zurück. Vom „59. März“ war in irgendeinem meiner Dunstkreise jüngst die Rede, und das fühlt sich erschreckend vertraut an: Isolation, Home Office, Kommunikation digital. Tage, Wochen verstreichen noch schneller als sonst, noch gleichförmiger. „Fernmündlich“ als Wort der Zeit. Wenig zu berichten: Geringe Reichweite, deswegen wenig Highlights. Auch wenig Tiefpunkte, weil

Verschiedene Realitäten

Schon wieder verstrichen ist der dritte Monat des Jahres, und mehr als im Februar fällt es schwer, die letzten Wochen in Worte zu fassen, deren Intensität für weit mehr Zeit gereicht hätte. Gern würde ich darüber schreiben, wie die Bäume vor den Bürofenstern langsam grüner werden, erste Blüten zeigen. Wie es morgens heller und milder auf dem Weg zur Arbeit ist, wie es wieder Spaß macht, mit dem Rad durch

Licht später Winterwochen.

Februar. Kurzer zweiter Monat des Jahres, wenn auch in 2020 um einen Schalttag länger. Winter, mit etwas Sonne, etwas Regen, viel Sturm in mehrerlei Hinsicht, wenig Schnee. Das Leben in der Stadt schwankt zwischen Frost und Frühling, in den Menschen, in den Straßen, in der Natur. Im Garten wird das Braun ganz langsam wieder grüner, häufen sich Farbtupfer dazwischen. Bäume werden nach Vorgabe beschnitten, auf eine Länge, die schmerzt –

Wintergrau mit Sonne

Der erste Monat des Jahres liegt hinter uns. Er begann unterkühlt, mit über mehrere Tage defekter Heizungsanlage, kalter Wohnung, kaltem Wasser. Man heizt notdürftig elektrisch, flieht früh ins Bett. Lernt die kleinen Alltäglichkeiten wieder zu schätzen – und gleichermaßen das Dilemma des Stadtmenschen verstehen, dem in diesem Fall eben nicht einfach der Griff zurück zum altbewährten Holzofen bleibt. Ein Thema für sich, glücklicherweise doch nicht lang andauernd. Diskussionen des frühen

Künstliche Sternenhimmel

Dezember. Zeit des künstlichen Lichts, während die Tage noch immer kürzer werden. Es ist kalt – tageweise tatsächlich im Sinne von Frost, teilweise nur gefühlt. Eben Dezember. Weihnachten. Winter. Die Städte werden wieder voller, die Hotels teurer. Plätze sind mit Buden und Tannenbäumen zugestellt. Schwere Beton-Elemente blockieren Zufahrtsstraßen. Über all dem hängen Tausende künstlicher Sterne wärmeren und kälteren Lichts. Dazwischen wuseln Menschen hin und her. Menschen, die sich entspannt auf

Städtisches Zwielicht

November. Durchwachsener Monat. Schneller, hektischer Monat. Einmal mehr wie jedes Jahr um diese Zeit Vogelschwärme, die mit Anbruch der Dämmerung wie schwarze Schatten quer über den Stadtteil Richtung Zentrum ziehen. Darunter: Mehr Autos. Mehr Menschen als zu anderen Zeiten des Jahres. Mehr Durcheinander auf den Straßen. Mehr Eindrücke, mehr Bilder mit jedem Tag der verstreicht. Sonnenauf- und -untergänge in allen Farben, die das Spektrum zu bieten hat. Immer wieder sehr

Nebel über dem Land

Auch wenn er eigentlich durchwachsener und deutlich vielseitiger war: Die Erinnerung an den Oktober wird geprägt bleiben von seinen letzten Tagen. Klarer Himmel. Sonne. Goldener Herbst. Kalte Luft. Ein langsames Zurückweichen des regulären städtischen Lebens in geschlossene Räume, Rückbesinnung auf Kerzen und wärmere Kleidung. Bürgersteige überzogen von einem weichen Teppich aus Laub. Rauhreif auf Dächern und den letzten gelben und orangefarbenen Beeren an den Straßensträuchern. Merkwürdig geformte weiße Blumen inmitten

Wolkentreiben

Spätsommer in der Stadt. Wolken, Sonne, warme Tage. Dazwischen windige, kalte Tage. Kastanien und Pflaumenkuchen. Fallende Blätter, der erste neblige Morgen. Ernte der restlichen Früchte unserer Furche. Weit mehr als gedacht, mit vergleichsweise wenig Aufwand. Weit weniger, als für einen Winter und anschließendes Frühjahr notwendig wäre. Noch viel mehr Respekt vor den Landwirten wegen der Mengen an Menschen, die sie zu ernähren imstande sind. Als Letztes stehen noch die Sonnenblumen,

Sommernachhall

Großwetterlage Der August endet nach einem kurzen kühlen Intermezzo weitestgehend so, wie er begonnen hat: Heiß, schwül, drückend. Wir wandern um den Stausee in der Dresdner Heide und durch die Anlage von Moritzburg unter praller Sonne und hohem, tiefblauen Himmel. Die Abende an der Elbe sind anders als sonst, in der Zeit, in der der Fluß wenig Wasser führt. Auch hier ist die Luft schwer, zieht sich der Rauch von