Weniger Input.

Ich habe meinen Konsum von Nachrichtenquellen umgestellt, habe Google News aus meinem Horizont gebannt, ebenso alle Quellen, die Newsticker-Berichterstattung mit Information gleichsetzen, allen voran FOCUS Online. Die Zeiten sind unübersichtlich, man hat das Gefühl, daß Irrsinn dieser Tage eher die Regel denn die Ausnahme ist. Die auf Geschwindigkeit und Klicks optimierende Online-Medienlandschaft tut ihren Teil dazu, diesen Eindruck noch zu verstärken. Es scheint aussichtslos, über Politik zu lesen, aussichtslos, darüber zu schreiben. Es scheint aussichtslos, sich damit zu befassen und trotzdem halbwegs klar bleiben, und noch viel aussichtsloser, irgendetwas daran ändern zu wollen. Mithin: Ich beschränke mich auf eine Handvoll ausgewählter Quellen, denen ich zutraue, halbwegs objektiv und umfassend zu informieren. Versuche Nachrichten gebündelt, zu festen Zeiten in genau diesem Umfang zu lesen. Soziale Netzwerke oder Kommentarspalten in größeren Portalen zu konsumieren war ohnehin noch nie eine gute Idee – trotzdem ist manchmal erschreckend, was man dort liest. Momentan überlege ich, ob ich Perspective Daily Geld für ihren Journalismus zuwerfen möchte, schwanke aber immer noch, weil ich letztlich auch das irgendwann lesen müßte. Meine Podcast-Liste ist indes auch kürzer geworden. Irgendwann sammelt man mehr an, als man abhören kann, lädt man herunter, um einige Wochen später wieder zu löschen. Wenig ist nutzloser. Zudem brauche ich keine Stundensendungen mehr von hart arbeitenden Digital Natives mit ebenso sperrigen wie vagen Job-Titeln, die über Binge Watching von Netflix-Serien am “frühen Morgen” zwischen 9 und 11 berichten, zu Zeiten, zu denen ich lang im Büro bin, mich um den weniger kreativen Teil meiner Arbeit kümmere. Keine Kritik. Kein Neid. Es ist in Ordnung, so zu leben. Aber es ist nicht meine Realität.