Stoppt die Vorratsdatenspeicherung - www.vorratsdatenspeicherung.de

Größter Innenminister … ?

Ich hätte nicht gedacht, daß Godwins Gesetz auch außerhalb des Internet Gültigkeit hat - insofern Dank an unseren verehrten Herrn Bundesinnenminister für den Beweis des Gegenteils, lese man den taz-Artikel zur ausstehenden Massenklage gegen die Vorratsdatenspeicherung:


“Wir hatten den ‘größten Feldherrn aller Zeiten’, den GröFaZ, und jetzt kommt die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten”, assoziierte er am Mittwochabend vor Journalisten und Richtern in Karlsruhe.

Nun ja.

german, readings, linkdump — kawazu on November 9, 2007 at 14:06

Move spring to “standard” Java?

Just a short pointer to JBoss’ Bill Burke who wrote quite a noteworthy post recently more or less demanding the inclusion of Spring framework into what might become Java EE 6 one day. Bill has quite a good points and personally I’d surely like to see Spring sort of a JSR “standard” technology, but overally, maybe I’d even go a bit further than that: Why not voting for Spring framework inclusion into what might be JDK 7 sooner or later?

I don’t really think this would be a bad move: Looking at the features provided by Spring, one wonders why this should be restricted to be used in JEE applications. Most of these things - application architecture, data / object persistence, JDBC abstraction, or just having a lightweight IoC container - seem to be rather interesting while building desktop or standalone applications, as well, or in order to build a small backend to some locally deployed applications that doesn’t really require most of the technologies provided by JEE. And, this possibly would also compensate for the lack of having a “real” framework for desktop applications built into Java SE. Dreamin’ of unification of Spring and the proposed Swing Application Framework? Doesn’t sound all too bad, does it?

readings, tech, thoughts — kawazu on September 4, 2007 at 12:56

Online-Durchsuchung: Machtpolitik und Nulldebatten

Aus der Seele spricht mir dieser Text auf jetzt.sueddeutsche.de, der sich einmal mehr mit der verdeckten Online-Durchsuchung von Privat-PCs gleichwie auch dem Unvermögen unserer Politiker auseinandersetzt, dieses Thema sachlich zu diskutieren:


In der aktuellen Diskussion spielt unverständlicherweise keine Rolle, ob die Online-Durchsuchung die Grundrechte der Bürger verletzt. Die Debatte wird allein auf ihre machtpolitische Komponente reduziert. Es findet eine koalitionspolitische Auseinandersetzung statt, die nach dem üblichen Schema erfolgt: Wer ist der bessere Sicherheitsgarant? Wem kann man im Falle eines Anschlags Schuld zuweisen?
[…]
Dabei wäre es Aufgabe der Politik, nicht ständig auf der Grenze des verfassungsrechtlich Zulässigen zu balancieren, sondern den Geist des Grundgesetzes zu verwirklichen. Nicht alles, was verfassungsrechtlich noch hinnehmbar ist, ist erforderlich und angemessen. Soweit dies für die Online-Durchsuchung überhaupt diskutiert wird, bleibt die Debatte oberflächlich und irreführend.

Besser kann man’s eigentlich nicht ausdrücken. Ausdrucken, lesen, verteilen… und am besten auch dem eigenen MdB schicken / mailen / faxen… Interessantes Kontrastprogramm dazu: “Beckstein macht weiter Druck bei heimlichen Online-Razzien” - und glänzt erneut mit einem fragwürdigen inhaltlichen Verständnis der Dinge, über die hierbei diskutiert wird:


Das Internet sei dabei “längst das zentrale Informations-, Kommunikations- und Propagandamedium für islamistische Extremisten und Terroristen geworden”, von denen Beckstein weiterhin die “größte Bedrohung” für die innere Sicherheit ausgehen sieht. “Wir brauchen deshalb zur Verhinderung schwerster Straftaten in terroristischer Absicht unter engen rechtsstaatlichen Grenzen die
Online-Durchsuchung von Computern.”

Vielleicht mag ihm ja jemand den Unterschied zwischen “dem Internet” und den Daten auf der Festplatte eines Computers erklären.

readings — kawazu on August 7, 2007 at 12:25

Wissensallmende-Texte in HTML

Keine Ahnung, wie lang dem schon so ist - auf jeden Fall hab ich das bislang übersehen, obwohl es definitiv in die Rubrik “linkdump” gehört: Die ‘attac Basistexte 15: Wissensallmende’, die sich im Zeitalter der Informationsgesellschaft, des ‘geistigen Eigentums’ und der Schutzrechte auf Wissen damit auseinandersetzen, gesamtgesellschaftlich sinnvolle und wünschenswerte Antworten zu finden, gibt es neben der Totbaum- und PDF- mittlerweile auch als HTML-Version zur bequemen Online-Lektüre. Wer sich für die angesprochenen Themen interessiert, sollte sich durchaus einmal ein paar Stunden Zeit nehmen, die Texte zu überfliegen oder auch in die Details hineinzusteigen. Für Internet-Nutzer sicher interessant die Perspektive auf “freies Internet” im Vergleich zu ‘traditionellen’ Massenmedien in der derzeitigen Gesellschaft:


Mit dem Streben nach Maximalprofit eng verbunden ist eine Kompromittierung des Journalismus: Ein starker, vertrauens- und glaubwürdiger Journalismus galt lange Zeit als eine wichtige Funktion der Medien, die ihnen viele Privilegien einbrachten. Aber seit den 1990er Jahren sind die journalistischen Standards deutlich zurückgegangen. Diese versuchen jetzt, journalistische Abteilungen, z.B. in den großen TV-Sendern, unmittelbar profitabel zu machen. Dies geschieht einerseits durch massiven Personalabbau, andererseits findet eine Konzentration auf Stories statt, über die billig und einfach zu berichten ist, wie z.B. Prominente, Lebensstil, Gerichtsverhandlungen, Unfälle, Verbrechen und Schießereien. Kritische Berichterstattung dagegen geht stark zurück.

Ebenfalls lesenswert, insbesondere im Nachgang des G8-Gipfels in Heiligendamm und das durchaus wichtige Engagement gegen die Armut in Afrika, ist der Abschnitt auf Bio- und Pharma-Patente, der zugleich die Frage aufkommen läßt, ob Entwicklungshilfe mit (zweifelsohne erforderlichen finanziellen Zusicherungen) ein ausreichender Weg der Hilfe für die Ärmsten der Armen ist…

german, politics, readings, linkdump — kawazu on June 9, 2007 at 11:35

Angstminister und Stasi 2.0

Kurz und knapp, da der Artikel selbst auch nicht allzu lang ist, der Verweis auf einen Kommentar der taz zu den gegenwärtigen “Tendenzen”, Sicherheit im Lande durch massive Überwachung und, bedarfsweise, auch die Einschränkungen elementarer, per Verfassung zugesicherter Grundrechte schaffen zu wollen: “Rechtswidrige Zwangsvorstellung - Der Angstminister des Innersten will absolute Sicherheit des Staates vor seinen Bürgern” - deutlich formuliert, aber nicht unbedingt von der Hand zu weisen… :) (Dank an mayo für den Link…)

Nachtrag: Wenn man denkt, es könnte eigentlich nicht sehr viel weiter nach unten gehen, dann macht so etwas wie der jüngste Stern-Artikel seine Runde durch die Medien. Die Bezeichnung “Stasi 2.0″ scheint mittlerweile mehr als angebracht… Vielleicht hilft es ja doch, dem guten Herrn etwas zu lesen zu schicken….

Nachtrag 2: Das demokratische System scheint wieder auf Linie zu kommen, zumindest was die große Koalition betrifft:


Ausdrücklich stellte Zypries sich nun hinter Schäuble: “Die Unschuldsvermutung kann bei der Gefahrenabwehr nicht gelten, weil da soll ja Gefahr, der Eintritt eines Ereignisses, verhindert werden. Deshalb gilt die Unschuldsvermutung immer nur dann, wenn jemand vor Gericht steht, wenn der Staat ihn also anklagt und sagt: Du hast eine Tat begangen und jetzt muss ich, Staat, dir nachweisen, dass du es warst. Soweit ich das nicht kann, gilt die Unschuldsvermutung, also nur bei der Strafverfolgung.”

Das ist Zynismus in seiner besten Form. Diesem Weg folgend, sollte sich prima ein Szenario konstruieren lassen, in dem “Gefahrenabwehr” ein rechtsfreier Raum ist, in dem notfalls auch keine Verfassung greift.

news, german, readings, linkdump — kawazu on April 16, 2007 at 10:42

Informationen überdauern Technologie

Daß man im Hause Sun (wo neben anderer interessanter Software auch OpenOffice wohnt) in der Diskussion um OpenDocument und Microsofts OpenXML eine sehr klare Meinung hat, bedarf vermutlich keiner weiteren Erklärung, und mit dem eigenen Werkzeug zur “Umstellung” von Microsoft Office auf ODF hat man hier auch recht schnell sichtbare Fakten geschaffen.

Warum sollte das interessant sein? Dazu hat’s einen sehr lesenswerten Post im Weblog von Sun-Kopf Jonathan Schwartz, auf Deutsch ‘Meine Familienfotos und ODF’:


Stellen Sie sich vor, Sie sind Gesetzgeber und verfassen ein Gesetz. Oder Sie sind Arzt und schreiben einen Patientenbericht. Oder Student und schreiben einen Roman. Und in fünf oder auch fünfzig Jahren möchten Sie wieder auf Ihre Dokumente zugreifen können. Nur leider gibt es den Hersteller, mit dessen Anwendung Sie die Dokumente erstellt haben, also die Firma, die das Textverarbeitungsprogramm entwickelt hat, nicht mehr, oder Sie sollen nun plötzlich 10.000 € für eine Version bezahlen, mit der Sie alte Dateiformate lesen können. Beide Beispiele machen klar: Informationen überdauern immer die Technologie.

Lesen, ausdrucken, verteilen.

german, readings, linkdump — kawazu on February 20, 2007 at 12:21

Freie Netze, Freies Wissen.

Für alle die, die noch das Glück eines stabilen Internetzuganges haben: “Freie Netze, Freies Wissen” ist ein umfangreiches, sowohl als PDF als auch als Totbaum-Variante erschienenes Buch, das sich auf reichlich 340 Seiten in Beiträgen von Autoren wie Richard Stallman, Lawrence Lessig, Anne Margulies vom OpenCourseWare-Projekt des MIT oder dem Science-Fiction - Autor Herbert W. Franke mit den verschiedenen Aspekten von Freiheiten im Zugang zu Netzen, zu Wissen, zu Kommunikation in unserem sogenannten “Informationszeitalter” beschäftigt. Lesenswerter Stoff, der meinen To-Read - Stapel erneut wachsen läßt. Entweder ich sollte mich in der Tat in einer Zeitschleife einquartieren oder weniger Feeds abonnieren, damit die Menge der Inspirationen etwas eingedämmt wird. However. Hingehen und angucken. :)

(via futurezone.orf.at)

german, readings, linkdump — kawazu on February 9, 2007 at 14:00

Online leben.

Wieder ein Artikel aus der Kategorie jener, die man sich (mit großem Zeichensatz) auf Papier ausdrucken und (mit großen Nägeln) an gut sichtbaren Stellen des öffentlichen oder privaten Raumes aufhängen sollte:


Gewiss, alle Medien eignen sich auch zur Weltflucht. Zugleich jedoch gruppieren sie die realen Beziehungen der Menschen zueinander um. Das bleibt nie folgenlos. Der Begriff des modernen Individuums reüssierte zusammen mit der Gutenbergschen Kunst. Die Druckerpresse verbreitete nicht nur die Idee der Wahlfreiheit, sie erlaubte auch technisch die freie Wahl der Ideen. Und der Waren, im Prinzip.

Das Internet und Web 2.0 als ‘Kulturtechnologie’ für eine neue Generation nicht nur von Konsumenten, sondern von aktiven Menschen? Ein Medium, das wie der Buchdruck oder das Telefon abseits des Mainstream langsam die Welt verändert? Nicht hier weiterlesen, sondern auf zeit.de. Lohnt sich. Dank an c0d0t0s0 für den Link.

german, readings, linkdump — kawazu on January 31, 2007 at 14:13
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