Stoppt die Vorratsdatenspeicherung - www.vorratsdatenspeicherung.de

Gehörschutz

via golem.de: “Stopp bei 100 Dezibel: MP3-Player müssen leiser werden”. Hmmmmmmmmmmmmmm… Manchmal fragt man sich schon… Welches Bild mag man in Brüssel wohl von den Bürgern der EU haben? Unmündige Nullen, eines Aufpassers bedürftig, der ihnen sagt, daß es unklug ist, ein Audio-Abspielgerät dauerhauft zu laut zu betreiben? Vielleicht sollte man aufhören, die eigene Bevölkerung als ein Heer von Dummköpfen zu betrachten, eventuell würden dann verschiedene andere Dinge einfacher werden…

news, german, bizarre — kawazu on March 17, 2008 at 14:24

Strafanzeige gegen BSI

Eigentlich wär’s ja lustig, wenn’s nicht so traurig wäre: Das namhafte deutsche IT-Portal tecchannel.de hat Strafanzeige erstattet, ausgerechnet gegen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wegen der Verbreitung von (Sicherheits-)Software, die prinzipiell auch für kriminelle Zwecke genutzt werden kann. Stein des Anstoßes ist einmal mehr der als ‘Hackerparagraph’ bekannt gewordene §202c des Strafgesetzbuches. Dieser wurde im Mai 2007 vom deutschen Bundestag mehr oder weniger “durchgewunken”, wobei man auch hier ob der Tatsachen-Situation vermuten darf, daß einmal mehr Unwissenheit und Desinteresse für die Schaffung einer Rechtssituation gesorgt haben, die eigentlich keinem weiterhilft: Von Anfang an hatten Fach- und Branchenverbände massiv gegen den letztlich verabschiedeten §202c protestiert, weil damit letztlich auch Werkzeuge kriminalisiert werden, die der Systemadministrator in seiner täglichen Arbeit, dem Finden und Schließen von Sicherheitslücken im eigenen Netz massiv und unnötig behindert wird.

Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Aufgabe des BSI ist es, wenig überraschend, IT- Nutzern und -Administratoren bei der Sicherung ihrer eigenen Informations-Infrastruktur zu helfen. Die in der Strafanzeige monierte Software wird auf der Seite des BSI explizit deswegen angeboten, um Nutzern genau in dieser Aufgabenstellung ein Werkzeug zur Prüfung des eigenen Systems an die Hand zu geben. Bleibt zu diskutieren, ob das BSI in dieser Aufgabe in Anbetracht der gegenwärtigen Rechtslage überhaupt noch Sinn hat. Schließlich ist das Internet jetzt ja wieder per Gesetz wieder sicher gemacht worden (womit die Parlamentarier geschafft haben, was Technikern über die Jahre hinweg unmöglich war):

Wenn man sich dann, an anderer Stelle (bei der zum Glück immer noch stattfindenden Diskussion um die verdeckte Online-Durchsuchung), vor Augen führt, mit welchem Sachverstand inhaltlich argumentiert wird, dann wird ganz plötzlich ganz klar, wie solche Entscheidungen zustandekommen - man lese hierzu das Interview mit dem Unions-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag (gefunden bei rabenhorst) in Bezug auf IP-Telefonie:


Und dazu gehört nach Aussage aller Experten auch, dass wir Online-Durchsuchungen machen können. Viele Menschen fragen: Warum ist das notwendig? Immer mehr, übrigens auch Privatleute, nutzen die Möglichkeit, verschlüsselt zu telefonieren über das Internet. Und wir sind dann, die Sicherheitsbehörden sind dann nicht in der Lage, diese Verschlüsselung, während sie gesendet wird, sofort aufzulösen. Dann wird es abgelegt auf dem Server des betreffenden Terroristen, und dann muss es eben dort entschlüsselt werden.

Daten abgelegt? Bei Telefonie? Auf Servern? Warum muß man denn um alles in der Welt öffentlich Stellung nehmen zu Dingen, von denen man leicht nachvollziehbar nichts versteht? Wie gesagt, wenn’s nicht so traurig wäre, müßte man über die Schaffung bizarrer Rechtsgrundlagen aufgrund derartiger Entscheidungsfindungs-Grundlagen und fachlicher Vorbereitung eigentlich nur lachen. Wenn man sich überlegt, daß ein derart wichtiges Thema wie der Schutz vor (wie auch immer motivierten) terroristischen Gewalttätern auf einem derart labilen fachlichen Fundament steht, dann lacht man nicht mehr.

news, german, politics, rants, bizarre — kawazu on September 19, 2007 at 10:38

Technische Nachrichten-Grenzen

welt.de kann sicher von sich behaupten, eine der seriöseren deutschsprachigen Nachrichtenquellen im Internet zu sein, und das könnte sich in diesen Augenblicken rächen, angesichts der Tatsache, daß die Berichterstattung über die ersten Ergebnisse von Heiligendamm (die eigentlich genauso schwach ausgefallen sind, wie es in Anbetracht der Diskussionen der letzten Tage zu erwarten war…) offensichtlich nicht nur zwei, drei Leser interessiert:

welt-tomcat-hickup.jpg

Da hat der tomcat wohl in diesem Fall zumindest die Grenzen seiner Konfiguration erreicht…

german, bizarre — kawazu on June 7, 2007 at 16:20

Bundestag, TLDs und Reis

Als ob wir keine anderen Sorgen haben derzeit: Wenn man heise.de glauben darf (und an Tagen vor und nach dem 1. April kann man das für gewöhnlich schon), dann beschäftigen sich unsere Parlamentarier derzeit gerade mit dem Initiieren neuer, fragwürdiger Top Level Domains:


Adresszonen wie .bayern, .nrw oder .berlin würden den Ländern und Gemeinden erlauben “sich noch stärker als bisher in ihrer Eigenheit wirtschaftlich und kulturell weltweit zu präsentieren”, heißt es in dem Antrag. Die Nachfrage nach Regional- und Cityadresszonen ist beträchtlich. In Städten wie London, New York City und Berlin würden beispielsweise heute schon mehr Domainregistrierungen verzeichnet als in über 150 Ländern, die bereits über eine eigene Top-Level-Domain verfügen.

Das mag ja alles sein, aber vielleicht sollte man sich vor Augen führen, daß DNS von der Idee her eine hierarchische Angelegenheit ist, und anstelle eines sinn- und zweckfreien Wildwuches von TLDs (heraufbeschworen dadurch, daß irgendwann selbst Hintertupfingen und seine 500 Einwohner unbedingt eine ebensolche haben wollen) lieber das hierarchische Modell konsequent und sinnvoll umsetzen. Daß nun “….bayern.de” so sehr viel sperriger als “…bayern” ist, steht zumindest ernstlich zu bezweifeln (die Frage, wo das Fehlen dreier Zeichen ein “Mehr” an “weltweiter Präsentation” sind, sei dahingestellt - insbesondere dann, wenn der TLD-Aufruf vielleicht noch auf einer Site endet, die es gerade mal in deutsch gibt). Aber dann müßte man vermutlich zuviel umdenken - schwierig in einem Land, in dem man durchaus auch “Antigua” mit “Aktiengesellschaft” gleichsetzt…

news, german, bizarre — kawazu on March 8, 2007 at 14:39

“Ein Volk von Kleinwagenfahrern”

Gefunden dank schockwellenreiter.de: CSU-Mann befürchtet Volk von Kleinwagen-Fahrern”. Wie zu erwarten, geht es einmal mehr um die umstrittenen neuen EU-Abgasnormen, die schon unser aller Frau Merkel von der Umwelt- zur Autokanzlerin gemacht haben. In Bayern, wo man selten um deutliche Worte verlegen ist, hat man auch eine Meinung zum Thema:

Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber hat vor den Folgen der EU-Abgas-Beschlüsse gewarnt. Klimaschutz sei zwar ein wichtiges Anliegen, “aber die Deutschen dürfen von Brüssel nicht zu einem Volk von Kleinwagenfahrern degradiert werden”, sagte der CSU-Politiker.

Na dann. Es freut einen zu sehen, daß “wir Deutsche” dann offensichtlich Arbeitslosigkeit und (ähem…) Rezession überwunden haben und endlich wieder sinnlos literweise Treibstoff in schweren Limousinen Familien-Vans verbrennen können. All hail the new Wirtschaftswunder… Meister Kantel verleiht hierfür die Schüssel - verdientermaßen, wie ich finde.

german, linkdump, bizarre — kawazu on February 8, 2007 at 10:01

Der sendende Mensch…

Ich bin noch unschlüssig, ob technisch interessant, bizarr oder etwas ganz anderes: Sony meldet ein Patent auf “Kopfhörer ohne Kabel” an, bei denen die Signale über die “Oberfläche des menschlichen Körpers” übertragen werden. Daß es funktionieren kann, steht sicherlich außer Frage, aber fernab der Elektrosmog-Diskussion (die vermutlich angesichts der zu erwartenden Signalpegel hier eher punktlos sein sollte): Es ist abzusehen, daß die Freunde von der DRM-Fraktion schon in Alarmbereitschaft sind angesichts der Möglichkeit, “Peer-to-Peer” - Musiktausch in wörtlichem Sinne von “Mensch zu Mensch” offline realisieren zu können, und das ganze vielleicht noch völlig unbemerkt. Nun ja…

news, german, tech, linkdump, bizarre — kawazu on November 13, 2006 at 8:57

Internet-Sprengung

Interessant? Kurios? Wie futurezone verlauten läßt, wurde dieser Tage der Zugriff auf die erst vor kurzem freigegebene öffentliche Beta 2 von Windows XP Service Pack 3 Vista erst einmal wieder eingeschränkt - weil der “erwartet große Andrang” die Bandbreite der Softwarefirma in die Knie zwingt.

Das allein ist eigentlich nicht der Rede wert, davon kann man ausgehen, wenn weltweit, nun, “mehrere Nutzer” gleichzeitig eine größere Menge an Daten von ein und demselben Server holen wollen. Skurriler hingegen die Begründung, warum nicht einfach mehr Bandbreite zur Verfügung gestellt werden kann (was man bei einem Unternehmen wie MS als Portokassen-Angelegenheit betrachten können dürfte):

Würde man diese auch nur ein klein wenig hinaufschrauben, würde möglicherweise das gesamte Internet darunter leiden und im schlimmsten Fall zusammenbrechen. “Wir erreichen die Grenze dessen, was das Internet aushalten kann”, so Microsoft.

Die “Grenzen des Internet” erreicht mit dem Zugriff auf eine Beta-Version? Nun ja. Ich bin skeptisch. Daß Last entsteht, ist durchaus einzusehen, aber darüber hinaus würden mich doch Zahlen und genauere Daten dazu interessieren, ebenso eine Antwort auf die Frage, von welcher Abteilung innerhalb des Hauses Microsoft besagte Aussage stammt. Ich tippe auf Marketing…

news, german, net, bizarre — kawazu on June 13, 2006 at 11:43

Lautstärke schädigt die Ohren…

gefunden auf netzeitung: Ein amerikanischer Bürger verklagt Apple, weil der iPod zu laut und am Produkt keine Warnung vor eventuellen Hörschäden angebracht ist. Hmmmmmmmmmmmmmmmmmmm. Ein Wiedergabegerät für Musik erzeugt, nun, laute Musik. Bedenklich… Ich fühle mich doch sehr an Wonko den Verständigen erinnert und überlege, ob es Wert hat, den Supermarkt um die Ecke in Grund und Boden zu klagen, auf dessen Wegwerf-Feuerzeugen keine Warnung ob der schädlichen Wirkung einer heißen(!) Flamme für die menschliche Haut vermerkt ist. Keine Frage, die Welt ist voller Irrer, und es scheinen ihrer täglich mehr zu werden…

german, linkdump, bizarre — kawazu on February 2, 2006 at 11:14