Septembersonne

Der Spätsommer ist heiß in diesem Jahr. Wir haben lang Federball gespielt, bis wir die letzten Bälle ins Dickicht entlang des Platzes geschlagen haben und in der Dämmerung nicht mehr wiederfinden konnten. Nur an den kürzer werdenden Tagen spürt man den frühen Herbst. Die Hinterhöfe sind immer noch voll Musik, die Autos holpern immer noch krachend laut über die Straße vor den offenen Fenstern, die Häuserfront gegenüber ist immer noch dunkel, weil die Menschen irgendwo sind – unterwegs, in den Ferien, draußen am Fluß. Ich versuche zu schreiben, lösche, schreibe, lösche wieder. Es ist zu warm für alles, zu warm, sich zu bewegen, zu warm zum Denken. Zu warm zum Arbeiten. (Sollte man jenseits der Dämmerung überhaupt noch arbeiten wollen?) Stattdessen blättere ich in Büchern, mehr oder weniger kreuz und quer. Danielewski. Houellebecq. Jaccottet, Pessoa. Kaum mehr als Fragmente, unkonzentriert, aber immer noch besser als andere Medien, denen man sich aussetzen kann dieser Tage. Ein paar der Fragmente bleiben hängen, bringen mich auf andere Gedanken in dieser warmen, voranschreitenden Nacht. Bringen vielleicht auch wieder Inspirationen für Dinge, in die es sich lohnt, Zeit, Kraft und Energie zu investieren. Bringen vielleicht Inspirationen und Anstöße, ohne nurmehr abzulenken…

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