Archive for June, 2009

Der Ausdrucker: Wider die digitale Kluft!

Sunday, June 28th, 2009

Nicht viel Text, eigentlich nur ein Verweis auf ausdrucker.org:


Hier soll “das Internet” für Menschen schreiben, die selbst nicht im Internet sind. Deshalb heißt es auch “Der Ausdrucker”: Ich würde mich freuen, wenn die Leser Texte, die sie hier finden, für die Menschen in ihrer Umgebung ausdrucken. Dieses Blog möchte ich nicht alleine schreiben und suche Blogger und Journalisten, die Lust haben, gelegentlich hier ihre Texte zu veröffentlichen.

Lesens- und unterstützenswert, da das Problem (die “digitale Kluft” zwischen jenen, die dieser Tage gern als “digital natives” bezeichnet werden und faktisch im Internet zu Hause sind, und jenen, die diese Art der Technologie bestenfalls beruflich, und selbst dort unter Umständen mit einem gewissen Unwohlsein nutzen) in vielen Situationen leider offensichtlich ist. Mehr Lektüre hierzu bei ennoname.de. Mal sehen, ob ich diesen Sommer Zeit zum Schreiben habe…

Politiker, Internet und Kühe

Wednesday, June 24th, 2009

Noch einmal Internet und Politik, weil es aus meiner Sicht den gern zitierten Nagel auf den Kopf trifft: heise.de verweist auf einen Kommentar auf abgeordnetenwatch.de, in dem der spätestens seit voriger Woche deutschlandweit bekannte ehemalige SPD-Parlamentarier Jörg Tauss das Verhältnis von Parlamentariern und “neuer Technologie” wie folgt zusammenfaßt:


Kein (SPD-) MdB kaeme z.B. auf die Idee, zum Gespraech auf einen Bauernhof zu fahren, ohne sich vorher etwas ueber die Milchquote oder dergl. anzulesen oder wenigstens aufschreiben zu lassen. Unter “Internet” koennen sich aber eben viele immer noch weniger vorstellen als unter einer Kuh.

Ein Kollege hat mir jetzt tatsaechlich geschrieben, er verstehe mich ueberhaupt nicht, wegen “dem bisschen Freiheit” im Internet die SPD verlassen zu koennen. Dieses Zitat belegt, wie weit die handelnde gesetzgeberische Generation tatsaechlich vom Problem weg ist und keinerlei Sensibilitaet dafuer entwickelt hat, was der systematische technische Aufbau von Zensurinfrastruktur fuer einen freien Staat tatsaechlich bedeuten kann oder bedeutet.

Uneingeschränkt lesenswert. Und ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, der Piratenpartei einen Aufnahmeantrag zu schicken: Zwar ist davon auszugehen, daß ebendiese, als “Spezialpartei” mit (sehr engem?) Fokus auf einem konkreten Themenbereich, unter Umständen zu anderen akuten Problemen und Themen keine plausiblen Ansätze zu bieten vermag, aber andererseits: Wie kann es angehen, daß im “Land der Ideen”, welches sich immer wieder gern als “innovationsfreundlich” und “technisch fortschrittlich” präsentiert und gibt, politische Entscheidungen derart (fachlich) unvorbereitet getroffen werden? Wie mag das in anderen Bereichen aussehen, die inhaltlich nicht minder speziell sind (etwa Gen- oder Nanotechnologie, …)? Vielleicht ist der Weg der “fachlich sattelfesten Spezialpartei” doch nicht so falsch.

Abendlektüre: “Bedingungsloses Grundeinkommen”

Monday, June 22nd, 2009

Per Newsletter gesehen: Auf unternimm-die-zukunft.de gibt es eine knappe Einführung in die Idee des ‘bedingungslosen Grundeinkommens’ (PDF) in Zusammenfassung des Buches zu ebendiesem Thema von Prof. Götz Werner. Halte ich insgesamt, da kurz und präzise, für lesens-, kennens- und verbreitenswert. Und, abgesehen von meiner (in verschiedenen Motiven begründeten) Begeisterung für die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens: Wenn ich mir Initiativen wie ‘Zukunftsmusiker’, ‘Sei ein Futurist’ oder auch nur die Philosophie hinter Werners Unternehmenskette ‘dm Markt’ ansehe, dann drängt sich die Erkenntnis auf: Es geht anders. Wirtschaftlicher Erfolg auf der einen und Nachhaltigkeit, soziales Engagement und die Investition in bzw. das Vorantreiben von neuen gesellschaftlichen Ideen und Konzepten jenseits purer Zementierung des Status Quo ist möglich. Und das halte ich für uneingeschränkt unterstützenswert.

Internetsperren und “der Aufstand der Verblödeten”

Friday, June 19th, 2009

Nein, ich habe keine Lust, in aller Ausführlichkeit darüber zu sinnieren, daß der deutschen Bundestag am gestrigen Abend das “Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen” mit den Stimmen der großen Koalition erwartungsgemäß beschlossen hat, darüber ist andernorts genug zu lesen (wobei ich in Sonderheit die Blog-Reaktionen auf den golem.de – Artikel für beachtenswert halte).

Was ich hierzu nur festhalten möchte, ist ein Verweis auf einen Spiegel Online – Artikel mit dem plakativen Titel “Die Generation C64 schlägt zurück: 2. Teil: Der Aufstand der vermeintlich Verblödeten gegen die Ahnungslosigkeit der Entscheider”. Der Titel spricht eigentlich Bände, und der (aus meiner Sicht sehr gut geschriebene) Text bringt es auf den Punkt:


Dass die Unterzeichner der Petition gegen das Filtergesetz es wagen, Vernunft und Bürgerrechte sogar unter dem Risiko, als Päderastenfreunde gebrandmarkt zu werden, zu verteidigen, ist eine Entwicklung, die es eigentlich zu feiern gälte. Hier setzen sich Menschen für sinnvolle Gesetze und demokratische Grundprinzipien ein, teils schamloser öffentlicher Diffamierung zum Trotz. Das passt besser zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes als jede Sonntagsrede.

Und es ist für Deutschlands politische Klasse ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt: Die digitalen Einheimischen haben begonnen sich einzumischen.

Kann wohl unkommentiert stehenbleiben. Vielleicht ist die Tatsache, daß eine gewisse Bevölkerungsschicht durch Diskussion und Verabschiedung derartiger Gesetze ohne nennenswerte Berücksichtigung auch fundierter Kritik (wie etwa die der deutschen Gesellschaft für Informatik) politisiert, politisch interessiert und auch politisch aktiv werden (und zwar tatsächlich aktiv jenseits skurriler ‘politischer Talentshows’), der einzig positive Aspekt, den man hier festhalten kann…

Nachtrag, weil lesenswert, eine Betrachtung im Blog der 3sat-Sendung ‘neues’, der deutlichere Worte findet:


Stopp-Schilder vor abscheuliche Inhalte zu setzen ist auch nach meiner Auffassung das größtmögliche Symbol für Ohnmacht und Unwissenheit. Im ursprünglichen Entwurf dann aber auch noch User erfassen zu wollen, die sich auf diesen Seiten bewegt haben, der Anfang vom Ende einer Gesellschaft, die bisher stolz auf ihr Recht auf Information und Meinungsfreiheit war.
[...]
Was übrig bleibt von diesem Gesetz ist auf den ersten Blick ein Witz und auf den zweiten ein Freifahrtschein für zukünftige Generationen von Politikern deren Ängste vermutlich mit genau so viel Unkenntnis gepaart sein werden, wie bei der aktuellen.

abre ojos – “elements”: electronic mandalas and space-age soundscapes

Friday, June 19th, 2009

Amongst all the net labels out there nowadays, then and now I come back to the stuff found at darkwinter.com, as overall quality of these releases usually is pretty good. At the moment, however, I feel mesmerized by “elements”, which, in my opinion, is an exceptional release even by darkwinter standards. One hardly could say there is a lack of dark, “drony” ambient music these days, as it seems creating this kind of soundscapes is trivial at least from a technical point of view, you’re not really likely to need a lot of equipment and skill to get this kind of stuff. And still, listening closer to some (most?) of these releases, one quickly learns that indeed there are differences both looking at technical aspects and, even more, talking about originality and inspiration found in it.

Talking about this, “elements”, the creation of Australian one-man project Abre Ojos, surely knows how to excel. Earth, fire, water, air – each of the “four elements” captured in one long piece of musical creation, in one great, musically evolving world. In the end, these four elements end up forming an acoustic universe dense and inspired, moody, electronic and yet evolving and highly “organic”, directly next door to releases like the incredible ‘Zeit’ album by Tangerine Dream, created in 1972, or, same as ingenious, Coil’s ‘Time Machines’ released a couple of years later. From this point, I dare to consider “elements” the logical successor to the both of these records at least talking about music.

But there’s more: Along with the music, “elements” also does come with a video clip (or, better, a visual collage) for each of the elements / songs. Initially, I felt torn about this idea, given that this kind of music usually works best being a “soundtrack” for a movie to evolve in your mind while listening to it. But, however, after looking at parts of the clips I have to say that, fortunately, they indeed work out emphasizing the effect of the music itself, indeed working out as “…sound reactive looping visuals and animated mandalas to create an immersive synaesthetic experience to give time for reflection and meditation…”, as the release liner notes claim.

So, coming to a conclusion, I have to say that “elements” is one of the most outstanding pieces of drone ambient music I have been listening to in quite a while. Given it’s available on-line for free download (and, actually, under a Creative Commons license), one shouldn’t hesitate checking it out, listening to it, eventually drifting along through the worlds of Abre Ojos for while. And, if you decide you actually enjoy this one and want to show your appreciation to its creator, there’s always a carefully packed and designed CD/DVD box available to be ordered online. Worth checking out definitely, I am thinking about creating a PayPal account. :)

See:

done that: amazon.com mp3 shop

Thursday, June 18th, 2009

Well… after looking into this quite a while ago already, I finally did it and used the German version of the amazon.com MP3 online shop in order to do my first-ever music purchase not involving any kind of actual “physical” medium. And… yes, it feels kind of strange: On one side, if you “just” want to listen to music, it’s next to perfect – browse the album list, search whatever you’re looking for, eventually find it, buy it, download it – that’s it. No waiting for the CD to be delivered right to your mailbox, no additional shipping fees, plus (which used to finally make me actually go for it) the chance of finally getting hold of music which ceased to be availble on “physical media” (in other words: CD or vinyl…) years ago ( leaving second-hand stores aside).
On the other side of course, buying music digitally online gives you an arcane feeling of actually being “left with nothing” in some way: In the end, a collection of bits on your hard drive or music player is all you get from that. Buying a CD at least “feels” like getting more “value for money”, at the very least talking about cover artwork, packaging and all this kind of stuff.

But let aside this, I was surprised to see the amazon.com MP3 shop being a rather friendly thing. Overally, first and foremost, knowing that the music they offer is not polluted protected with DRM (and, thus, usually bound to special player software and devices) was an important thing.

Then, downloading the actual files you’ve bought there is done using a proprietary piece of software called amazonmp3, which is available for download and installation on virtually all important operating systems. Getting this piece of software to work on my Ubuntu 9.04 installation was as straightforward as downloading the .deb file, resolving a few additional dependencies and launching the application. Good. Doing the actual purchase of any MP3 music, while in there, basically works the same as purchasing anything else via amazon.com, which is a good thing if you’re an amazon.com customer anyway, as, in terms of payment and billing, it works just as you know it, keeping you from having to provide your accounting information to one more online shop. After completing the purchase, you’re left with a .amz file which, opened using the amazonmp3 application, automatically starts downloading the files that belong to your purchase (with the files being downloaded one by one, preconfigured to $HOME/Amazon MP3). This worked pretty smoothly as well and, overally, something like two minutes later the “album” I just bought was stored on my hard drive. At the very least it’s rather convenient…

… but the strange feeling remains, especially after burning this music to CD-ROM, ending with a blank, hand-labeled representation of it. Oh well… I surely will not do that every day, especially given that, looking at how fast it overally works, this seems the perfect way of wasting vast amounts of money rather quickly. But if occassionally buying a (rare?) piece of music not offered on CD or by its original author for download anymore, this seems a way to consider.

Lawrence Lessig und die “Kulturflatrate”

Thursday, June 18th, 2009

Ein wenig Lektüre für die Mittagspause: Lawrence Lessig diskutiert im Interview mit golem.de das Thema der Kulturflatrate und des Urheberrechts in der digitalen Welt. Was den Nagel eigentlich auf den Kopf trifft:


Die Kulturflatrate ist sicherlich nicht das Allheilmittel. Aber sie ist ein Anfang und ein Schritt in die richtige Richtung. Denn das gegenwärtige Rechtssystem macht unsere Kinder zu Terroristen. Die Industrie richtet mit der massenhaften Verfolgung von Jugendlichen einen großen gesellschaftlichen Schaden an und erreicht praktisch nichts. Denn das Tauschen geht munter weiter. Am Ende verdienen die Künstler nichts, die Industrie entwickelt keine innovativen Geschäftsmodelle, und eine ganze Generation junger Nutzer wird kriminalisiert.

Abgesehen von dem Verweis auf grundlegend andere Modelle, wie etwa praktiziert von jamendo.com oder der Creative Commons – Bewegung, ist dem nicht wirklich viel hinzuzufügen. Schade aber nur, daß derartige Entscheidungen letztlich von Politikern getroffen werden und sich gerade in Deutschland im Moment zeigt, daß die “digitale Kluft” (im Hinblick auf Verständnis für ‘neue Medien’) auch quer durch die Industrieländer schmerzhafte Realität ist. Vielleicht kann man wirklich nur hoffen, daß sich auf Dauer jene Ideen durchsetzen, die inhaltlich gut sind…

Deutschland auf dem Weg in die Zensur

Tuesday, June 16th, 2009

Haben wir bald chinesische Verhältnisse auch in Deutschland? Gut möglich, zumindest arbeiten die beiden großen Volksparteien, gegen die erklärte Kritik sowohl besorgter Bürger als auch jene von Fachleuten, daran, eine potentiell schwerwiegende Infrastruktur zur Zensur beliebiger Internet-Inhalte Gesetz werden zu lassen.

Schade eigentlich. Vor dem geschichtlichen Hintergrund und den Erfahrungen, die wir in unserem Lande mit Zensur, mit der Einschränkung von Presse- und Redefreiheit haben, hätte man etwas mehr Sorgsamkeit erwarten können. Für mich bleibt die Erkenntnis: Die Liste der Parteien, für die man in den Wahlen, die in diesem Jahr noch anstehen, stimmen kann, hat sich ganz erheblich reduziert. Die beiden “großen Volksparteien” fallen definitiv ‘raus.