“Dafür zahl ich nicht!”

An sich bin ich bekennender Unterstützer der Idee öffentlich-rechtlichen Rundfunkes, weil ich der Meinung bin, daß auch in der Welt von Radio und Fernsehen, die ja als Medium immer noch vorrangig die Masse der Menschen erreicht, neben dem allgegenwärtigen geisttötenden Schwachsinn zumindest im Hinblick auf Nachrichten noch ein Gegenpol existieren sollte, der Ansprüchen wie Seriösität, Objektivität oder Vollständigkeit genügt. Trotzdem bekomme ich im Hinblick auf etwa ‘mein Drittes’ regelmäßig Krämpfe, wenn ich mir vergegenwärtige, mit welchen Inhalten der zahlende Nutzer die ganze Woche über bisweilen konfrontiert wird. Insofern finde ich die aktuelle Initiative von fernsehkritik.tv voll und ganz unterstützenswert – Dafür Zahl’ ich nicht! Aus der Infoseite:

FRÜHER klärten die Öffentlich-Rechtlichen die Jugendlichen auf und sorgten für deren politische Bildung. HEUTE setzen sie ihnen, genauso wie die Privaten, eine Daily Soap nach der anderen vor.

FRÜHER war die Samstagabendunterhaltung geprägt von kreativen Ideen und Köpfen wie Rudi Carrell und Kulenkampff, HEUTE gibt es Schunkelshows mit Silbereisen & Co. sowie unkreative Frage-Shows, vorgelesen von Jörg Pilawa.

FRÜHER faszinierten ARD und ZDF mit tollen Tierdokus von Heinz Sielmann und anderen, HEUTE werden in Deutschlands Zoos Kameras aufgestellt und weltbewegende Bilder gezeigt, wie etwa ein Elefantenkäfig ausgemistet wird.
[…]

Deshalb:

* Schluss mit jeglicher Werbung und jeglichem Sponsoring bei ARD und ZDF.

* Schluss mit Quotenmessungen bei ARD und ZDF – öffentlich-rechtliches Fernsehen darf sich nicht nach Einschaltquoten richten

* Schluss mit Krawalljournalismus, Daily Soaps und hirnlosen Heimatschnulzen. Jedes Programm von ARD und ZDF muss einem Mindestmaß an Anspruch unterliegen. Anspruchsloses Fernsehen bieten uns die Privaten genug – und zwar kostenlos.

* Schluss mit immer mehr kostspieligen digitalen Sonderkanälen, in die Kultursendungen und Dokumentationen abgedrängelt werden. Wir zahlen dafür, dass ARD und ZDF selbst ein tiefsinniges Programm bringen.
[…]

Kann ich nur kommentarlos unterschreiben. Hoffentlich genug andere auch… Mehr hierzu auch bei telepolis.de.

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