Archive for January, 2008

R.I.P. Netscape

Tuesday, January 29th, 2008

Not quite “new”, just stumbled across it reading about the deadline to be pushed again, a little: It seems that, finally, and after all, Netscape browser sooner or later will be no more. Not that I really care that much, given that (at the very least after the Mozilla project has started) Netscape Navigator / Communicator / whatever hasn’t been of much importance in any post-4.x versions. However maybe I’m getting a bit nostalgic here, I remember dearly well figuring out strange (to me, these days) Unix shell commands to, once in a while (well maybe more than just once in a few minutes, actually) terminate all running Netscape processes that got stuck during my very first trips to the so-called “World Wide Web” back then in one of the computer pools at Chemnitz Institute of Technology. And I remember doing all of my first more serious e-mail communication using the mail / news module that came with Netscape Communicator, unable by then to really get acquainted to the arcane version of ‘pine’ installed on those old Solaris machines… having a tool that once used to be an integral part of daily (computer) life just vanishing surely is feels somewhat strange. And, even these days, then and now I remember what I learnt using Netscape – the shell commands to make use of ‘ps’, ‘grep’ and ‘kill’ used to stop Netscape earlier by now comes in handy more than just once to terminate application servers running wild… or, not lacking any irony, to completely terminate another Firefox locked up maybe because of a broken applet or something like that. Oh well… :)

Wahl,-computer und Demokratie

Monday, January 28th, 2008

Zur Einleitung der Woche ohne weitere Kommentare, da mir angesichts der Presse-Erklärung des CCC zum umstrittenen Einsatz von Wahlcomputern im Rahmen der Landtagswahl in Hessen ohnehin die Spucke schon weit am Anfang wegbleibt:


Neben massiver Behinderung der Wahlbeobachtung in mehreren Gemeinden kam es zu einer Reihe von Vorfällen, welche die Behauptungen des hessischen Innenministeriums über die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Wahlcomputer klar widerlegen. In mindestens einer Gemeinde wurden die Computer über Nacht in den Privatwohnungen von Parteimitgliedern gelagert. Dies sei “gängige Praxis”, bestätigten Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Wahlbeobachtern. Alle neun Wahlcomputer der Gemeinde Niedernhausen seien privat gelagert worden.

“Die Lagerung der Wahlcomputer über Nacht zu Hause bei Lokalpolitikern ist das Albtraum-Szenario für eine Innentäter-Manipulation, auch nach der Logik des hessischen Innenministeriums. So etwas haben selbst wir uns nicht vorstellen können”, sagte der Sprecher des Chaos Computer Club (CCC), Dirk Engling.

Ähm… ja. Gängige Praxis. Schließlich hatten ja auch die Spitzenkandidaten früher die Wahlurnen nachts… oder wie war das nochmal?

Nokia, verplante Wirtschaft und Heuschrecken-Konsumententum?

Monday, January 21st, 2008

Wenn man Suchmaschine-der-Wahl dieser Tage nach “Nokia” befragt, dann wird man feststellen, daß schon auf der ersten Seite sehr viele Treffer nicht allzu viel mit Telefonen und Kommunikation zu tun haben: Das vor kurzem bekanntgewordene Vorhaben des finnischen Unternehmens, sein Werk in Bochum zu schließen, kam offensichtlich für alle Betroffenen in diesem Lande wie der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel, hinterläßt verbrannte Erde, raubt Tausenden von Menschen die wirtschaftliche Perspektive in einer Region Deutschlands, die nach dem langsamen Schrumpfen der Schwerindustrie erst einen enorm schmerzhaften Strukturwandel hinter sich zu haben glaubte. Schwer werden die damit wohl unweigerlich einhergenden Folgen für die Mitarbeiter zu kompensieren sein, und im gleichen Maße, in dem man definitiv nicht in der Haut eines der davon Betroffenen stecken möchte, empfindet man zuallererst natürlich Mitleid und Sympathie für jene, die schon kurz nach der Verlautbarung auf die Straße gegangen sind, protestiert, zu Nokia-Boykotts aufgerufen, ihrem Ärger und Frust Luft gemacht haben.

Und danach? Danach passierte leider, was dieser Tage in Deutschland in solchen Situationen immer zu passieren pflegt, wenn genügend viele Wähler Menschen betroffen sind: Die Politik entdeckt das Thema für sich. Resultat: Seitdem wird nach Strich und Faden Populismus geübt, wird der Konzern mit allen nur erdenklichen Vorwürfen (Subventionsbetrug, “Heuschrecken-Kapitalismus”, unmoralisches Verhalten in einer “absolut unbegründeten Entscheidung”) bedacht und zugleich versucht, in “vertraulichen Gesprächen” die Dinge wieder zu richten, zu versuchen, daß Unternehmen doch noch zum Bleiben bewegen (angesichts der vorgetragenen Begründung, in Deutschland seien die Arbeitskosten schlicht zu hoch, vermutlich eher ein schwieriges Unterfangen). Mir stoßen dabei zumindest zwei Dinge sauer auf:

  • Gern wird die “Globalisierung” in solchen Situationen als der große Teufel zitiert, der Arbeitslosigkeit ins Land treibt und dafür sorgt, daß selbst deutsche Unternehmen deutsche “Markenprodukte” im Ausland zusammenschrauben lassen, weil dort billige, willige Arbeitskräfte ohne Sozialsysteme oder halbwegs nennenswertes Lohn-Niveau en masse verfügbar sind. Genauso gern wird allerdings unterschlagen, daß gerade wir, in der unsäglichen “Geiz-ist-geil!” – Mentalität dieser Tage, oft, gern und umfangreich von den Folgen dieser Globalisierung profitieren, es fast schon als unser gutes Recht ansehen, die Spitzenprodukte der jeweiligen Marktsegmente schon kurz nach Veröffentlichung zum Wühltischpreis beim Discounter um die Ecke zu bekommen. Ich frage mich, wer von all jenen, die jetzt massiv zum Nokia-Boykott aufrufen, sich noch vor zwei, drei Wochen wie ein Schneekönig gefreut hätte angesichts der Chance, sagen wir, ein N95 zu einem Bruchteil des deutschen Marktpreises zu bekommen – und das moralisch völlig unbefangen, völlig ohne nachzudenken über die Frage, ob dieser Preis durch Querfinanzierung durch Mobilfunk-Unternehmen, durch Verlagerungen von Produktionsstandorten aus dem “teuren Westen” in “Billiglohnländer” oder durch Kinderarbeit in Asien zustandekommt. Das Schicksal von Nokia Bochum – eine Konsequenz unserer eigenen Gier? Gibt es schon den Begriff des “Heuschrecken-Konsumenten”, der prinzipiell immer billig kauft, ohne Rücksicht auf Verluste und gesellschaftliche Folgen?
  • Wenn man in den letzten Tagen die Presse verfolgt hat, ist die Rede von Zahlen zwischen 60 und 90 Millionen Euro, die an Fördermitteln in Richtung Nokia geflossen sind, um das Werk Bochum überhaupt erst wahr werden zu lassen – unter der Maßgabe, daß das Engagement des Konzerns dort von vornherein befristet ausgelegt war. Man muß sich angesichts dieser Entwicklung fragen, ob es keine sinnvollere Form der Wirtschaftsförderung gibt – daß die Tendenz der Verlagerung von Produktionsstrecken in Länder mit billigerem Lohn-Niveau gegeben ist, war auch schon vor zehn Jahren nicht neu. Die Frage ist doch: Welche Effekte hätte man in kleinen und mittelständigen Unternehmen erreichen können mit dieser Summe an Fördermitteln? Wäre es nicht vielleicht auch möglich gewesen, mit vielen kleinen Betrieben diesselbe Menge an Arbeitsplätzen zu schaffen, die Nokia mit einem großen Werk geschaffen hat? Auf jeden Fall wäre damit vermutlich eine stabilere, langfristigere für die Region erzielt worden, als man sie mit “Leuchtturm-Installationen” erzielen mag (bei denen stets die Frage bleibt, was an Langfristig- oder Nachhaltigkeit noch übrig ist, wenn der “Leuchtturm”, wie im Falle Bochum jetzt leider, das Licht ausmacht…).

Einfache Antworten gibt es vermutlich nicht. Bis man überhaupt welche gefunden hat, kann man wohl nur das Beste für alle Mitarbeiter von Nokia Bochum hoffen… und sich darin üben, den Verlockungen des Populismus zu widerstehen.

Nachtrag am 23.01.2008: Der Protest gegen Nokia kocht immer noch hoch, aber von all den Sites, die sich genau dieses zum Ziel gesetzt haben, halte ich eigentlich nur attac.de/nokia für verlinkenswert, weil dort eine Idee vorgetragen wird, die endlich einmal etwas mehr Weitblick demonstriert:


Schluss mit Standortkonkurrenz!
Wir wollen keinen neoliberalen Standortwettbewerb innerhalb der EU, sondern soziale Mindeststandards, die verhindern, dass die Beschäftigten gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen europäische Mindestlöhne. Der Steuersenkungswettlauf muss beendet werden.

Unwort im Januar: “Jugendkriminalität”

Thursday, January 17th, 2008

Alles neu in 2008, und ich habe für dieses Jahr schon die eine oder andere Idee, diese Seiten mit neuem Inhalt zu füllen, auf den ich, nun, teils Lust habe, der sich aber teilweise auch aufdrängt. Dazu gehört, daß ich fürderhin versuchen werde, anlehnend an die regelmäßig (nun, jährlich :) ) wiederkehrende Aktion Unwort des Jahres, Kandidaten von Begrifflichkeiten zu finden, die im jeweiligen Kalendermonat den Sprachgebrauch in besonders massiver Weise geprägt haben.

Und für den ersten Kandidat muß man gar nicht so weit suchen – hier reicht es dieser Tage eigentlich schon aus, eine beliebige Nachrichtensendung in einem beliebigen TV-Programm einzuschalten: Der Begriff “Jugendkriminalität” fällt garantiert in den ersten fünf Minuten, und fast durchweg in Ausführungen, warum wir strengere Gesetze, “härteres Durchgreifen” oder auch mehr Überwachung brauchen.

Dumm in dieser Hinsicht, daß in Deutschland dieses Jahr die eine oder andere Wahl ansteht. Damit sind die Konsequenzen vorhersagbar: Das Problem wird für den Wahlkampf thematisiert in einer Art und Weise, die ich persönlich ausgesprochen eklig und abstoßend finde: Gar keine Frage, Übergriffe wie jener gegen einen Fahrgast in der Münchener U-Bahn kurz vor Weihnachten 2007 sind kein Spaß, und daß die Menschen angesichts derartiger Entwicklungen in Sorge leben, ist berechtigt. Somit sollten Aktivitäten mit dem Ziel, derartige Dinge perspektivisch zu unterbinden, zunächst begrüßenswert erscheinen.

Was mich indes (abseits der widerwärtigen Art und Weise, wie in der Kampagne des Herrn Koch Stimmen gesammelt werden, indem man die Angst in der Bevölkerung konsequent schürt und dann die Lösung in der Forderung nach deutlich härteren Strafen anbietet, um die Masse der Wähler hinter sich zu hoffen) an dieser Diskussion am meisten stört: Wieso denkt eigentlich keiner darüber nach, wie man (angesichts der Tatsache, daß wir hier über Teenager, teilweise noch Kinder reden) konsequenter dafür sorgen kann, daß aus jungen Menschen gar nicht erst Gewalttäter werden? Diese heranwachsende Generation ist die Zukunft unseres Landes, unserer Gesellschaft, und strenggenommen würde das Land ihre Kreativität, ihre Energie, ihre Inspirationen und Ideen dringend brauchen. Woran hakt es also? Fehlende Chancengleichheit schon im Schulsystem? Eine zunehmende Zahl von Kindern, die auch im grundsätzlich reichen Deutschland in Armut aufwächst, einschließlich aller Konsequenzen für Bildung, Gesundheit und Anerkennung in einer Umgebung, die auf materielle Aspekte nicht eben wenig Wert zu legen pflegt? Chancenverlust im Schul- und Erwachsenen-Alter, weil aufgewachsen unter Dauerberieselung statt Begeisterung für Dinge, Stärkung der kindlichen Neugier zur Erzeugung von Interesse an Wissen und Bildung oder allgemein einfach nur Förderung durch Eltern und Familie?

Sicherlich sind all dies keine ausschließlichen Gründe oder gar Rechtfertigungen für Gewalt. Aber es sind genau so gute Argumente wie die immer wieder gern zitierte Aussage, daß das Strafrecht eher Täter- denn Opferschutz betreibt, oder eben die Idee des Herrn Koch, durch harte Strafen und Abschreckung Gewalttäter von ihrem Tun abzuhalten: All das sind pauschalisierende, sträflichst vereinfachende Argumente und Ansätze, die kaum imstande sind, einen komplexen Sachverhalt hinreichend zu erklären oder zu behandeln. Hier wünscht man sich einfach, daß zu verantwortungsvoller Politik auch differenzierendes Denken und Kommunizieren gehört. Und das sollte, auch in Wahlkampfzeiten, über das plumpe Bedienen stupid-populistischer Thesen ohne Sinn und Substanz hinausgehen.

NetBeans, Java, linux x86_64: some light, and a very dark shadow.

Tuesday, January 15th, 2008

After hestitating to do so for quite a while, by now I finally got along installing my working notebook using the 64bit enabled version of xubuntu 7.10 ‘gutsy gibbon’, and I have to report that most of the things moved along rather smoothly. The system works again, does run rather smoothly, not slower than it did before (actually some applications – like the virtualization stuff allowing me to run, well, “other” OSses once in a while if really needed – “feel” a little faster than before).

So far, so good. Well, except for one thing perhaps, which leaves me rather irritated: Though there actually is a native Java version for amd64, also allowing me to immediately move along working with NetBeans on my newly installed machine, the amd64 build of Suns Java distribution obviously doesn’t come with a browser plugin, which is not really a good thing if you’re into creating applets once in a while. Browsing the web I found numerous hints on how to get over this limitation (including installing the IBM Blackdown java package or advices on how to downgrade my browser to be 32bit again and merrily use the old plugins), but no real evidence of being capable of simply plugging one of my installed JDKs to my Firefox 2 browser on this platform like I used to do before.

Even worse, I found this issue report against Sun JDK requesting 64-bit plugin support, an enhancement request that, well, celebrated its 5th birthday yesterday without having a viable solution available now or in near future. Given that JDK 6 Update N is likely to come with an all-refurbished Java plugin, knowing that, five years later, there still is no support for a platform more than common nowadays is rather frustrating. Somehow, Sun people haven’t really outdone theirselves about that. By now, I will evaluate a bunch of other solutions (including the 32bit browser and the icedtea-java7-plugin package that comes with Ubuntu amd64 but so far causes stacktraces on my system), but in the end it’s more than likely I’ll be back to 32bit – caused by an issue someone has failed to address the last five years… Did I mention that official JDK7 pre-release builds for linux-amd64 also suffer from this flaw? Simply disastrous…

Neikka RPM: Electronic Serpents…

Wednesday, January 9th, 2008

Thanks to a CD compilation provided by their record company (“Sounds From The Matrix 004″), I just recently got to know the music of New York based electronic / industrial act Neikka RPM. Taking a deeper dive listening to their “Rise Of The 13th Serpent” album, I had to find out that this project does provide a kind of dense acoustic experience crossing the boundaries of genres and electronic substyles along with quite some things making one think about the music and the project a little more. Thanks to “the internet”, getting in touch with Neikka RPM has proven to be quite easy, and Dominique was so kind to answer my annoyingly extensive set of questions… Read on. :)

(more…)

Introducing … 2008.

Monday, January 7th, 2008

Oh well, time does pass so incredibly quickly… Being offline for most of the holidays, now that I am here again it’s been 2008 for quite a while already. And, even though late (hopefully not that late, anyhow, given this year even is a little longer than others), I would like to take a chance wishing you all a peaceful, calm, successful, creative and inspired new year and all the best of luck in all you’re likely to be into, the next couple of months. Somehow, I do feel like writing a personal retrospective on 2007, but then again, possibly all that had to be said already has been at length expressed on these pages… So, let’s just look ahead. No matter the time or place – take care everyone!