childhoods end

Noch einmal Kind sein…

Er blinzelt in den Sonnenaufgang, die warme Luft des Morgens atmend, treibend in den Geräuschen des heranziehenden neuen Tages. Noch einmal Kind sein… Noch einmal durch das Leben gehen, unbeschwert, unbelastet, offen, neugierig… Noch einmal hinnehmen können, daß das Gras grün, der Himmel blau, die Reflektion der Wolken im welligen Wasser weiß sind, ohne zu hinterfragen, zu deuten, zu zweifeln… Noch einmal Engel im Schnee zeichnen, den Duft des Winters atmen, Figuren in den Eisblumen auf den Fensterscheiben suchen, den kühlen Wind im Gesicht spüren… Noch einmal singend durch die Wiesen tanzen in milden Sommerabenden, mit beiden Beinem im Jetzt stehend und wissend, daß selbst die Nacht noch unendlich weit weg ist… Noch einmal naiv und unbefleckt sein, spielen und träumen können, ohne zu wissen, daß so nah nebenan Bomben Löcher in den Planeten reißen, Kugeln Menschen durchbohren, die Armen verhungern und irgendwoanders auf der Welt Menschen Reichtümer aus all dem Leid anhäufen. Noch einmal ohne Verantwortung sein, weg von alldem, nicht schuldig der Duldung all dieses Elends durch stille, passive Zustimmung… Noch einmal von Waschbären träumen, mit Peter Pan fliegen, an Feen und die berühmten drei Wünsche glauben…

Rauch zieht auf in der Ferne… Er atmet tief durch und schließt das Fenster.

4 thoughts on “childhoods end

  1. Der Waschbär hebt den Kopf … schnüffelt und krallt sich ein Zuckersternchen. Das Ende ist nah murmelt Juli und der kleine Waschbär beginnt das Zuckersternschen zu …. waschen O.o° … schlechte Idee …

    Sie gibt ihm ein bisscehn Wein um ihn über seinen Verlust hinweg zu trösten …

    Immer träumen, sagt sie und schmunzelt.

  2. Er sieht die Sterne, die den Waschbären umkreisen, die Gedanken schwer vom Wein, und blickt in ferne Traumwelten… aus denen man doch erwachen muß, immer und immer wieder…

  3. …nachdem wir erst so viel lernen wollten, soviel wissen, soviel sehen. Nun, da wir das geschafft haben, sehen wir weit mehr, als wir wollen, merken, daß der Weg irreversibel gewesen ist, die neuen Träume noch sehr viel schwerer erfüllbar sein werden… Sind solche Dinge unausweichlich?

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