beyond within

Nur schwach trägt das hektische Rumoren der Stadt bis in den Innenhof, wo die Schatten uralter Bäume schwarze Kerben in das Licht des Tages schneiden, ein sanfter Wind Staub auf den Wegen vor sich her treibt und mit dem fast schon greifbaren Schweigen in den ehrwürdigen Säulengängen spielt.

Er kniet in der Mitte des freien Platzes, aufrecht, entspannt, den Blick fest in einer Welt außerhalb der sichtbaren. Linien, Kreise, ein mattes Glühen umranden ihn. Wie viel Zeit hatte er im Verlauf der Reise damit verbracht, das Symbol zeichnen zu lernen, den Kreis, die Pfeile, in der richtigen Länge, den richtigen Proportionen. Auf Knien war er durch Sand, über Schlamm und Stein gerutscht, hatte mit Stöcken, Farbe, Blut gezeichnet, wieder ausgelöscht, neu angefangen, unter brennender Sonne, in strömendem Regen, unter den Stürmen der äußeren Welten. Aus der Tortur war irgendwann Routine, die Zeit immer kürzer geworden, bis er die schwarzen, matten Steine an die richtigen Stellen legen, sich im Zentrum niederlassen, das erwachsende Glühen der Linien und ihr Flackern beobachten konnte, geheimnisvoll einem seltsamen Rhythmus folgend.

Mehr als einmal hatte ihm das Ritual Stärke gegeben, auf den Wegen, über die ihn seine Reise geführt. Und mehr als einmal hatte er sich niedergelassen, innezuhalten, zu sich zu finden in Momenten, in denen es erstrebenswert schien, gewissen Dingen erst einmal zu entfliehen. Er atmet tief, gleichmäßig, in den Punkt hinein, an dem er anzukommen im Begriff ist. Die sinkende Sonne verschiebt die Schatten des wuchtigen, Gemäuers langsam in seine Richtung, der Wind nimmt im nahenden Abend an Stärke zu, während die äußere Welt langsam still wird. Mit der Dunkelheit würde ihm Zutritt gewährt werden zu diesem Ort, Einblick in die Geheimnisse hinter den dicken, steinernen Wändern mit den trüben Fenstern und die Bewohner dieses Refugiums.

Er fröstelt, als die Schatten länger werden…

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