Archive for January, 2007

Online leben.

Wednesday, January 31st, 2007

Wieder ein Artikel aus der Kategorie jener, die man sich (mit großem Zeichensatz) auf Papier ausdrucken und (mit großen Nägeln) an gut sichtbaren Stellen des öffentlichen oder privaten Raumes aufhängen sollte:


Gewiss, alle Medien eignen sich auch zur Weltflucht. Zugleich jedoch gruppieren sie die realen Beziehungen der Menschen zueinander um. Das bleibt nie folgenlos. Der Begriff des modernen Individuums reüssierte zusammen mit der Gutenbergschen Kunst. Die Druckerpresse verbreitete nicht nur die Idee der Wahlfreiheit, sie erlaubte auch technisch die freie Wahl der Ideen. Und der Waren, im Prinzip.

Das Internet und Web 2.0 als ‘Kulturtechnologie’ für eine neue Generation nicht nur von Konsumenten, sondern von aktiven Menschen? Ein Medium, das wie der Buchdruck oder das Telefon abseits des Mainstream langsam die Welt verändert? Nicht hier weiterlesen, sondern auf zeit.de. Lohnt sich. Dank an c0d0t0s0 für den Link.

Klimaschutz? Oder doch nicht?

Wednesday, January 31st, 2007

Helfen Sie mir auf die Sprünge, Frau Bundeskanzlerin: Gestern noch beredte Fürsprecherin für internationale Bemühungen, den Klimawandel und seine negativen Folgen durch entsprechende Schutzmaßnahmen zumindest zu kompensieren (wobei “die EU wieder eine Vorreiter-Rolle einnehmen muß”) – und heute, da genau hier jenseits purer Diskussion konkrete Maßnahmen angegangen werden sollen, dann doch lieber wieder keinen Klimaschutz, da er wirtschaftliche Gegebenheiten im Lande gefährden könnte?

Sehen wir den Dingen doch ins Auge: Es ist nicht abzusehen, daß irgendeine Klimaschutz-Maßnahme, von wem auch immer vorangetrieben, den Segen oder gar die Begeisterung der Industrie gewinnen können wird (wo doch die Vermittlung des “Wissens”, daß Umweltschutz für ein Unternehmen grundsätzlich profitlose Aufwendungen sind, schon in BWL-Grundvorlesungen stattfindet). Aber sich deswegen von sämtlicher Konsequenz lossagen, von einer Fürsprecherin des Klimaschutzes vor den Lobby-Karren der deutschen Auto-Industrie und deren Liebe zu schweren Luxuslimousinen Familien-Vans zu wechseln, das irritiert schon ein wenig…

Nachtrag: Einen interessanten Kommentar zur Sache hat’s auch hier – “Die Auto- und Ökokanzlerin”. Ebenfalls lesenswert dieser Bericht auf lobbycontrol.de, der zudem die Rolle von EU-Kommisar Verheugen in diesem putzigen Spielchen beleuchtet. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

free, open, sharing.

Tuesday, January 30th, 2007

I found this post on OpenOffice.org Help Tips’n'Tricks, though just loosely related to technology itself, rather inspiring, and that’s why I would declare it my link-of-the-day (especially more on this very day, the day Windows Vista is being released, being another ’shiny’ representation of a proprietary, commercialized world limited to digital entertainment and consumption rather than doing anything useful):

Is it possible that there exists a total different parallel world, free from adverts that try to sell something to you? A world without any monetary greed, and without commercial exploitation?

Yes, such a world exists. And you can be a part of it.

Of ourse this might just sound idealistic and illusionary all the same. And yet, it’s something worth living for. Go read on….

Überwachungsstaat am Horizont

Monday, January 29th, 2007

Die Welt hat ein äußerst lesenswertes Interview mit Peter Schaar, dem derzeitigen Bundesdatenschutzbeauftragten. Fazit, letztendlich: ‘Wir sind auf dem Weg in eine Überwachungsgesellschaft – zwar noch nicht angekommen, aber zumindest deutlich unterwegs dorthin’. Besonders hervorhebenswert finde ich diese Passage aus dem Interview:


Welt: Innenminister Wolfgang Schäuble sagt, der Staat kann die Freiheit der Bürger nur schützen, wenn er ihre Sicherheit garantiert.

Schaar: Einerseits stimmt das natürlich. Aber auf der anderen Seite ist die Sicherheit ohne die Freiheit nicht allzu viel wert.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, auch wenn der Inhalt nicht wirklich neu ist. Die angesprochenen Politiker sind eingeladen, sich diese Zeilen hinter den Rasierspiegel zu klemmen…

Same procedure as last year?

Saturday, January 27th, 2007

Same procedure as every year, James… Or, at least, somehow it seems to me like at least once each year I decide goin’ through the tedious procedure of choosing the mail user agent utilized to handle all my everyday electronic communication needs, including conversion of several hundred megabytes of active mail spool along with a growing address book. This procedure hardly ain’t fun, but sometimes somehow I always get back to a point where I am unhappy with how the current solution does. But, as in some way I always get back to the same piece of software, perhaps this time it is here to stay…

(more…)

Solaris on x86 adventures.

Friday, January 26th, 2007

… So having got myself an Acer Ferrari 4000 (which doesn’t have a floppy disk drive) I now intend to run the latest release of Solaris Nevada on it and share with you my experience as I do so. I also intend at first to limit myself to using only public information and to keep the pre-installed operating system intact.

Something I’ve bookmarked recently in order to fill my ever-growing reading list: Sun blogger Stacey Marshall, like me at the moment, seems to be into the ‘adventure’ of dealing with the Solaris operating system on intel/x86 hardware, resulting in an extensive set of posts providing you with a bunch of valuable information that might come in handy once you follow this way and try installing the Solaris Express Community Release on ‘non-Sun’ hardware. And, seeing that the writer has quite a bunch of years of experience in dealing with the Solaris OS, this probably could be a “must-read”…

Farewell civil liberties.

Friday, January 26th, 2007

Oh well. According to the English online issue of Financial Times, a study in Great Britain came to a conclusion that citizens are less and less aware and/or interested in protecting civil rights and liberties in order to “feel secure” in a post-9/11 world. So, apparently, terrorists trying to destroy our world and social order have finally won, along with political hardliners proclaiming that the only way to protect our civil rights and liberties is to sacrifice them piece by piece. Read the full text; indeed probably most irritating is:


Only a tiny majority now believes it is worse to convict an innocent person than to let a guilty one go free, and the public is less supportive of the right of extremists to hold public meetings or publish books.

If doing a study like this in Germany, I doubt that results would differ that much…

Bananenrepublik++

Friday, January 26th, 2007

Sehr viel mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen nach der morgendlichen heise-Lektüre: ‘Bundesregierung will Änderung des Patenteinkommes ratifizieren’ – ein insgesamt ‘belustigender’ Text, der wiedermal die Problematik der Software-Patentierung und die dusslige Formulierung von “Nicht-Patentierbarkeit von Software ‘als solcher’” thematisiert und insgesamt eine wenig erfreuliche Vision (gibt es in diesen Tagen in der deutschen bzw. europäischen Politik eigentlich irgendwelche erfreulichen Visionen?) unterstreicht:


Für “Besorgnis erregend” halten Beobachter vom Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) zudem an der Akte mit den Beschlüssen der diplomatischen Konferenz, dass der Verwaltungsrat der Europäischen Patentorganisation, in dem vor allem Vertreter der nationalen Patentämter und -gerichte sowie des EPA sitzen, deutlich weiter reichende Befugnisse erhalten soll. So könne das Gremium künftig gemäß den nun zur Ratifizierung anstehenden Ergebnissen weite Teile des EPÜ ohne Einberufung einer neuen diplomatischen Konferenz ändern.

Klartext: Wir haben eine Patentierungs-Organisation, die sich abseits sämtlicher anderen Reglementierungen und Einflußnahmen die Gesetze, die ihre eigene Arbeit regeln sollten, weitestgehend selbst definieren kann? Naja, zumindest hat das Ganze den Vorteil, daß man in der Art und Weise, wie schon jetzt dort eine große Menge von Entscheidungen zwischen Politik und Lobbyismus getroffen werden, endlich klare Verhältnisse existieren und man sich nicht mehr der Illusion einer repräsentativen Demokratie hingeben muß, in der die Gesetze von Abgeordneten in Vertretung ihrer Wähler gemacht werden…