Archive for July, 2006

Update on DADVSI…

Thursday, July 27th, 2006

… or: More strength to laws supressing the public: According to a new article posted by French legal expert and Audionautes representative Jean-Baptiste Soufron, French Constitutional Court has come to a decision on the heavily discussed DADVSI bill made to enforce the use of DRM technology in France and, in the digital age, establish a regime of music and content industry. This decision obviously is worse than DADVSI itself:

The Court suppresses the exception that protected software developers who were specifically working on collaborative software, research or file sharing. Given the decision, any French developers working on such softwares could be sued by DRM producers or copyright holders. Even when it software is intended for non-copyrighted contents.

In other words: Creating filesharing and P2P software already might be a violation of given law since this software might be used to circumvent DRM and, this way, be used to illegally distribute “copyrighted content”. So, no matter whether we use P2P software for some distributed business model or just to share Creative Commons-music, we’re already illegal. I’m waiting for the day someone declares owning a knife a serious crime (because actually you might use a knife to kill people). But it even gets worse:

On top of that, the Constitutional Court decided that it was normal to suppress the French version of Fair Use. Without regards for the importance of cultural exchange amongst individuals, it even precised that it was normal for DRM producers obstacle à toute copie, which means “to forbid any copy”. Nothing less.

Now that’s an interesting view on politics in an age of “democracy”: An institution elected by a majority of people willingly passes a law to enforce the interests of a few against worries and interests of this majority, and this is even considered “normal”. We don’t need to get to this point in order to see what needs to happen: People actually need to reclaim politics, to demand democracy again. The very moment we allow companies like Vivendi to push laws like this, we’re almost lost. We need some democracy again.

free music for free people

Tuesday, July 25th, 2006

Sometimes there’s still hope: Even while nowadays people seem to have agreed upon the idea that web-shops “selling music online” have to lock down content they sell using some sort of DRM to prevent users from “illegally using” music they bought there (which ends up with shops like Apple’s iTunes music store where to buy music that requires you to own an Apple iPod in order to listen to it, or a bunch of other German stores which will not work if you don’t run any MS Windows operating system and a “supported player” [i.e. Windows Media Player...]), once in a while you stumble across a site like Jamendo… which provide you with vast amounts of “free” (not just free-of-charge) music, mainly available under some CreativeCommons license, to be downloaded to your hard drive using eMule or Bittorrent, to be copied to your favorite music player and listened to wherever, whenever you want, without having to worry about any artificially induced restrictions or limitations originally not there in the technology used for this. I could keep on writing for hours about that but I’ll better spend some time exploring all the music around here, some of it (for what I listened to by now) done in a way that is technically really up to highly-commercial records (but maybe a little more inspired). Go there, look around, feel home. :)

Stadt, Raum, Geld

Monday, July 24th, 2006

Besser spät als nie: Im Kunsthaus Dresden haben wir gestern, am exakt letzten Ausstellungstag, noch die Möglichkeit gehabt, uns “Wild Capital” – Wildes Kapital zu Gemüte zu führen, definitiv “food for thought” und nicht zuletzt aufgrund des ungemütlich heißen Sommerklimas selbst für KHD-Verhältnisse relativ schwere Angelegenheit. Und trotzdem interessant: In den Werken der Ausstellung und den Veranstaltung um diese herum sind Kunstschaffende, Kulturwissenschaftler und Soziologen der Frage nachgegangen, welche Veränderungen Städte und Stadträume erfahren auf dem Weg von sozialistischer Städteplanung hin zu Marktwirtschaft und Kapitalismus in den verschiedensten Ausprägungen, erörtert am Beispiel von Sofia und Dresden.

Zweifelsohne wirft der ganze Themenbereich Fragestellungen auf. Wer findet in Zeiten der Gewinnorientierung als höchstem Gut die Balance zwischen öffentlichen und privaten Interessen bei Planung und Verwendung von Stadtgebieten als eigentlich angestammt öffentlichem Raum? Kann es ausschließliche Aufgabe von Städten und Kommunen in ihrem politischen Engagement sein, Rahmenbedingungen zu schaffen für das Agieren privater Unternehmen und Interessensvertreter auf der Suche nach Möglichkeiten, die Kosten des eigenen Erfolges möglichst weitreichend auf die Allgemeinheit umzulagern? Welche Städtebilder entstehen, wenn in den Innenbereichen und Fußgängerzonen lokale, typische Wirtschafts- und Geschäftsformen mehr und mehr verdrängt werden durch gesichtslose Filialen globaler Unternehmen mit global uniformen, marketing-genormten Produktpaletten? Wohin führt der Balance-Akt konkret von Städten wie Dresden zwischen “Silicon Saxony” und dem Bestreben, tourismuskonform die gesamte Altstadt “einzufrieren” und das ewige Weiterbestehen der sächsischen Monarchie zu simulieren?

Aber vermutlich sind diese Fragen hinfällig. Nur einen Steinwurf vom KHD nähert sich das Quartier Frauenkirche seiner Fertigstellung direkt nebem Deutschlands einstmalst prominentestem Anti-Kriegs-Mahnmal – ein auf alt getrimmtes High-Tech – Gebäude als neue Wandelmeile für spezielle Stadtgäste zwischen Kempinski und Hilton, und zugleich eine Kapitulation aktueller Architektur vor dem verklärten Blick auf eine heile, barocke Altstadtwelt. Und gegenüber, jenseits der Brücke, inmitten einer von vielen Feierlichkeiten zum 800. Geburtstag der Stadt, spielen Kinder vor einer übergroßen Toys-R-Us – Wand Memory mit Postern und Logos von Energizer, Lego und Fisher-Price. Fortsetzung von Prägung und “branded immersion” mit anderen Mitteln und noch ein Beispiel für die Wechselwirkungen von öffentlichem und privaten Interessen im Stadtraum, von Änderungen vor den dahinbröckelnden, noch unsanierten Fassaden der Hauptstraße-Neubauten und den neuen Geschäftsfronten, dem alten und dem neuen Dresden.

Heiße Luft

Thursday, July 20th, 2006

Man wird mich sicher wieder verbal prügeln, aber sei’s drum, ich kann es einfach nicht lassen, mich über die Flachheiten, die die Nasen vom öffentlich-rechtlichen Morgenmagazin auch mit meinen Fernsehgebühren verzapfen, zu ärgern. Jüngster Anlaß zum Grummeln: Die junge Dame in den Morgennachrichten des ZDF berichtet mit strahlendem Gesicht darüber, daß die deutschen Landwirte angesichts der Rekordhitze ernsthaft um das Getreide auf den Feldern und um ihre Ernte bangen… um dann nur wenige Augenblicke den Wettervogel anzusagen, auf daß er uns allen “weitere Tage des schönsten Wetters” prophezeien möge. Nun ja… trotz der vorangegangenen Meldung wenig überraschend, daß mit “schönes Wetter” nicht “schönes Wetter für die gebeutelten Bauern” (sprich: etwas kühler, vielleicht sogar ein wenig Regen) sondern “schönes Wetter für die ZDF-Morgenmagazin-Gucker” gemeint ist, also jene Zielgruppe, die ohnehin eher dem ‘dolce vita’ in pseudo-mondänen urbanen “City-Beaches” frönt, dazu verdammt ist, den ganzen Tag über Drinks gegen die geisttötende Langeweile zu kippen (“chillen” heißt das wohl auf Neudeutsch) und Getreide eh’ nur vom Hörensagen zu kennen (Brot gibt’s ja schließlich im Supermarkt um die Ecke). Aber was reg’ ich mich eigentlich auf, gell, Schmidtl?

Die Wiederentdeckung der Demokratie

Thursday, July 20th, 2006

Langsam, aber sicher erwacht auch die deutsche Version des von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ins Leben gerufenen Projektes Campaigns.Wikia zu einem gewissen Leben, und damit eines der aus meiner Sicht interessantesten Vorhaben zwischen Technologie und Politik, das in den letzten Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Die Idee ist relativ einfach und, wie das Leitbild in Gestalt eines offenen Briefs des Gründes an die “politische Blogosphäre” zeigt, in ein paar deutliche Worte zu fassen:

Es ist Zeit, dass Politik intelligenter wird, und dass Demokratie wieder wirklich die Menschen einbezieht. Die Massenmedien sagen Dir, was Du denken sollst, und hindern Dich eher daran, aktiv an Politik teilzunehmen. Es ist Zeit, sich auf Deine Bedürfnisse zu konzentrieren, auf die Dinge, die Dich betreffen, und die Botschaft, die Du vermitteln willst.

Im Zeitalter von Internet, Wikis und Weblogs, in dem nicht zuletzt Projekte wie Wikipedia Bekanntheit jenseits eines einschlägig bekannten Kreises von “interessierten Irren” finden konnten und heute weithin zu dem gehören, von dem zumindest fast jeder Internet-Nutzer irgendwann schon einmal gehört hat, ist der Ansatz damit wohl genauso einfach wie naheliegend: Aktive, partizipatorische Politik in einem System, in dem sich die Menschen mit Themen auseinandersetzen, in denen sich das politische Engagement des Einzelnen nicht mehr darauf beschränken muß, alle vier Jahre einmal ein Kreuzchen zu machen und damit eine weitreichende Entscheidung potentiell mit derselben Vorbereitung und Überlegung zu treffen, mit der er die Jahre dazwischen im Supermarkt Corn-Flakes kauft – nach Verpackung und Werbung. Das Problem des jetzigen Systems zwischen Polemik, Konzeptlosigkeit und griffigen Slogans auf B*LD-Zeitungs-Niveau ist offensichtlich: Parteien betreiben Politik “von oben nach unten”, und die Massenmedien “helfen” den Menschen, zu erkennen, was richtig ist und worauf es ankommt:

Die Rundfunkmedien brachten uns Rundfunkpolitik. Und, lasst uns einfach und unverblümt ehrlich diesbezüglich sein: Rechts oder links, konservativ oder liberal, Rundfunk-Politk ist dumm, dumm, dumm.

Kampagnen sind mittlerweile mehr darauf fixiert, die Fernseh-Aussage passend zu gestalten, das Bild, den Klang, das Auftreten, anstelle sich für die Menschen einzusetzen, dass diese verstehen, welche politischen Themen ihr Leben in welcher Weise beeinflussen, und dass diese sich dafür interessieren.

Es wird Zeit, die Möglichkeiten, die die neuen Technologien bieten, dazu zu nutzen, die Beschränkungen der alten und deren fatale Wirkungen endlich zu beseitigen. Ergo: Mitmachen!

transiency in social networks…

Wednesday, July 19th, 2006

I’ve been a fan of so-called “social networking” platforms for quite a while now, considering the use of technology and networks in order to link human beings all over the globe to actually be a good thing. But obviously it doesn’t really work out well in certain terms, maybe it will change the way we get in touch with people in a way similar to how “the internet” does change the way we do shopping or percieve information: Everything is faster, easier, more “global” and yet, probably in a strange way more transient, less permanent.

Remembering being into writing e-mails to, sharing thoughts and ideas and discussions with a lot of people all around the globe almost for ten years now, I often experienced e-mail contact of quite some intensity (at least talking about length and frequency of messages). But it hardly lasts. It’s always in a strange way transient… probably due to ones own behaviour, due to behaviour of contacts and “online friends”, due to always being exposed to “new” influences, keeping contact to the same people all across a longer period of time seems difficult not to say impossible. And in other cases, probably communication sooner or later tends to loose depth, to end up being shallow and little more than just small-talk so contact ceases to exist, sooner or later.

So overally and after all, I wonder whether a technical platform, let aside all good intentions, is able to grow “real” friendships that go beyond just being volatile, or whether the “social-network” idea just is another hype, maybe an attempt made by data-mining addicts in order to explore links between people all around the globe. Perhaps we will see one day…

Brücken-Erbe

Wednesday, July 19th, 2006

Mittlerweile wissen es eigentlich alle, insofern nur nochmal für jene, die im Urlaub oder (wie auch immer) vollständig von Nachrichten abgeschnitten waren: Dresden und das Elbtal stehen auf der “Roten Liste”. Der Titel “Weltkulturerbe”, den die Landschaft entlang des Flußlaufes seit einigen Jahren erst trägt, wird massiv gefährdet durch den Streitpunkt in der Stadtpolitik überhaupt, die Waldschlößchenbrücke.

Das Thema geistert seit Jahren durch die Presse, ist sicherlich vielschichtig und nicht sinnvoll in ein paar Sätzen abzuhandeln. Ich habe mittlerweile für mich selbst einige sehr interessante Erkenntnisse gewonnen zu diesem Thema und der Art und Weise, wie dieser ganze Prozeß funktioniert:

  • Als Autofahrer sehe ich durchaus, daß eine Stadt am Fluß Brücken braucht. Das halte ich für unstrittig, und hier teile ich uneingeschränkt die Meinung der Befürworter. Was mich maßlos ärgert, ist, daß in der Diskussion um die Brücke Alternativen (nein, es gibt nicht nur den Tunnel-Plan, obwohl – wieso schafft es Meißen, seine Altstadt zu untertunneln, und Dresden scheitert an der Planung einer Elbunterquerung?), die entweder konsequent demontiert oder “totgeschwiegen” werden. Der Diskussionsart vieler “Befürworter” kann man momentan entnehmen, daß die Waldschlößchenbrücke nicht nur als wichtig, sondern überhaupt die einzige irgendwie sinnvolle Lösung einer Flußquerung gesehen wird – solches Denken halte ich persönlich für reichlich kurzsichtig, zumal: Was passiert mit der Verkehrslast am Blauen Wunder, die von außerhalb der Stadt kommt und das Problem hat, daß in dieser Richtung die nächste Brücke in Pirna liegt? Wollen wir diesen ganzen Verkehr noch weiter in den Ort hereinziehen? Wäre hier nicht eine zusätzliche Brücke hinter dem Blauen Wunder deutlich hilfreicher? Leider liegen die meisten Alternativkonzepte nicht online…
  • Ein Bürgerentscheid sollte ernstgenommen werden. Ähnlich der Pro-Brücken-Argumentation halte ich den, der in dieser Sache gelaufen ist, allerdings für reichlich geistfrei, weil auch hier die “Waldschlößchenbrücke-oder-keine-Brücke” – Alternative ins Rennen geworfen wurde. Daß hier zumindest das Gros der Autofahrer, die den Fluß queren muß, für die Brücke stimmt, ist eindeutig klar, sagt aber an sich nichts darüber auß, ob die Bürger diese Brücke wollen (sondern nur darüber, daß die Bürger nunmal über den Fluß müssen).
  • Wenn ich mir die Argumentationen von Befürwortern und Gegnern ansehe, dann bietet sich ein Bild, was man leider auch an vielen anderen Stellen sieht: Während die Gegner eine Vielzahl durchdachter, detailliert ausgearbeiteter Gegenargumente, Zahlen- und Rechenbeispiele, Alternativen und Fakten ins Rennen werfen, beschränkt sich die Seite der Befürworter augenscheinlich auf dem gebetsmühlenartigen Re-Iterieren altbekannter Aussagen. Diskussion? Um Sachthemen? Eher weniger… Sachdiskussion ist wohl mittlerweile insofern schon nicht mehr machbar, als daß die ganze Angelegenheit nunmehr eine Diskussion mit parteipolitischem Anstrich geworden ist, in der Vertreter der verschiedenen Fraktionen nicht vor markigen Statements scheuen.
  • Auf der Seite der Gegner stört mich, daß hier der “Feind” teilweise auch in den eigenen Reihen sitzt: Es gibt etliche Argumente gegen die Brücke, die man diskutieren sollte. Daß diese von einigen Vertretern in einem ganz bestimmten Stadtteil genutzt werden, um Verkehr aus dem eigenen Viertel fernhalten zu wollen, ist enorm häßlich, weil die Diskussion, die eigentlich zu einer guten Lösung für die Mehrheit der Dresdner führen sollte, somit unter dem Vorzeichen persönlicher, drastisch formuliert egoistischer Motivationen geführt wird, die so eigentlich nicht akzeptabel sind: Auch in diesem Teil der Stadt haben die Leute Autos, und auch diese Autos müssen irgendwo fahren, also braucht es Straßen. Punkt.

Insgesamt bin ich neugierig, in welche Richtung die Diskussion noch weitergeht… und hoffe irgendwie, daß sich die momentan verhärteten Fronten endlich ein wenig lockern, daß das wuchtige und überteuerte Projekt Waldschlößchenbrücke ad acta gelegt und ersetzt wird durch eine Lösung, die schnell und effektiv das Verkehrsproblem der Stadt löst, ohne das Elbtal (welches aus guter Berechtigung den Titel “Weltkulturerbe” trägt und in dieser Form innerhalb einer Stadt wohl einmalig ist) allzu sehr zu verschandeln. Mal sehen, was noch kommt…

electric passengers: Jordan Reyne

Friday, July 14th, 2006

Following several deviations through the world of music from various parts of the world, I ended up astoundingly listening to “Passenger” by Jordan Reyne. And still I am amazed by this trip through worlds, through noises and melodies and fragments of both electronic and organic origin, by an incredibly dense release by a very talented and inspired musician. If you can imagine music somewhere in between Björk, Android Lust and The Gathering, somewhere in between dreams and visions, capturing different moods and atmospheres almost like a collection of photographs randomly put together, you are likely to love the music of this singer. And if all that doesn’t too much impress you, perhaps her very voice will… :) Great. By the way the songs themselves for “Passengers” and two other releases are all available for download online. Check it out.