Archive for June, 2006

Politik vom Volk fürs Volk…

Tuesday, June 20th, 2006

In einer Notiz gleich zweimal heise zitieren? Naja, zumindest hat es einen gewissen Zusammenhang: An einer Stelle wird darüber berichtet, daß die mehr als umstrittene Fluggastdaten-Übermittlung, die seit dem glorreichen Wirken der EU-Kommission mehr oder weniger in Kraft ist, fürderhin nahezu unverändert weiterbestehen wird – trotz eigentlich eindeutiger Aussagen des Europäischen Gerichtshofes. Dafür wird das Europa-Parlament nunmehr aus der Angelegenheit “ausgeblendet”:

Statt den Maßnahmen zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten (Artikel 95 EG-Vertrag) soll einem neuen Abkommen der Artikel 38 (Titel VI) des EU-Vertrags zur öffentlichen Sicherheit und Strafverfolgung zu Grunde liegen, da die Passagierdaten zur Fahndung nach Terroristen verwendet werden. Für das Europa-Parlament, das gegen das Abkommen geklagt hatte, weil es die Privatsphäre der europäischen Fluggäste bei einer Weitergabe der Daten verletzt sah, würde dies den Ausschluss bedeuten, weil es bei Angelegenheiten zur öffentlichen Sicherheit und Strafverfolgung kein Mitspracherecht hat.

Hübsch. Schlimm genug zu sehen, daß es im Rahmen der europäischen Legislative überhaupt Themen gibt, die sich dem Mitspracherecht der demokratisch legitimierten Instanz, des Parlamentes, entziehen. Aber sei’s drum, der andere Artikel ist auch nicht deutlich besser: Hier wird darüber berichtet, daß die Bundesregierung im Hinblick auf die seit Jahr und Tag andauernde Diskussion um Urheberrecht und Copyright nach wie vor nicht gewillt ist, der harschen, in erster Linie die Freiheit vn Wissenschaft und Forschung betonenden Kritik der Länder Gehör zu schenken – stattdessen treibt man munter die Entscheidung des Bundeskabinetts voran, welches sich offensichtlich lieber als Vertreter der Industrie und sogenannten “Rechteinhaber” versteht.

Was haben die beiden Berichte gemeinsam? Beide Themenbereiche passieren in der öffentlichen Wahrnehmung eigentlich nicht, bis auf ein paar “wenige Insider” scheint sich kaum jemand ernsthaft damit zu befassen. Beide Fragen werden seit geraumer Zeit in den “entscheidenden” Kreisen heftig diskutiert, ohne bislang zu sinnvollen oder erfolgreichen Lösungen gekommen zu sein. Und: In beiden Fällen wird derzeit eine Politik betrieben, die aus Sicht demokratischer Gedanken und Ideale äußerst fragwürdig ist (um es vorsichtig zu formulieren). Und dann staunt alle Welt über Politikverdrossenheit, Europa-Apathie und Schlimmeres…

DoSomethingDay …

Tuesday, June 20th, 2006

Reading through “One No, Many Yeses” by Paul Kingsnorth (which has been translated to German using the completely stupid title “Global Attack” and a cover image that reminds me of some science-ficton B-movie rather than a book on globalization), I got aware of the Buy-Nothing-Day, an idea which is both simple and yet difficult: Just try to spend one short day, 24 hours, without spending money on anything. I’m sure it never will really work out after all, it never will reach more than just a few insiders knowing about it, because perhaps the idea of consumption, of spending money on things we don’t need and can’t afford (remembering a quote I read on a toilet wall some time ago) just for the sake of keeping the economy running has been planted way too deep into our minds and hearts throughout the last decades, perhaps (looking at how we tend to celebrate holidays like Christmas or Easter) this is the culture ours has transformed into, at the beginning of the new millennium.

Then again, perhaps the “Buy-Nothing-Day” is in its idea, in its name itself bad. Perhaps it should rather be a “Do-Something – Day”, encouraging people to, well, get something done. Right now, being force-fed with advertisement and commercials no matter whether watching t.v., reading through some websites or even just taking a walk through the city, perhaps there needs to be some awareness in our minds again that we’re more than just mindless, braindead consumers, only being capable of taking what “they” give us, be that some sort of product or information or news or art or culture or whatever. That’s why a “Do-Something – Day”: Get rid of all that consumption idea, get something done. Try something you didn’t yet do so far. Write a short story, an essay, a poem, a weblog or some code, build yourself a nice piece of furniture, paint a picture or go out to take some great shots of the world surrounding us, create some music, prepare a meal for friends or whatever – just get back on knowing, feeling that you’re able of doing more than just sitting in front of your t.v. set or walking through the city always in search for the next bargain, the next fashion trend or the next “superstar” to be stuffed down your throat by industry, advertisement, marketing. Get something done. Pick your “Do-Something – Day” and get started…

Internet-Sprengung

Tuesday, June 13th, 2006

Interessant? Kurios? Wie futurezone verlauten läßt, wurde dieser Tage der Zugriff auf die erst vor kurzem freigegebene öffentliche Beta 2 von Windows XP Service Pack 3 Vista erst einmal wieder eingeschränkt – weil der “erwartet große Andrang” die Bandbreite der Softwarefirma in die Knie zwingt.

Das allein ist eigentlich nicht der Rede wert, davon kann man ausgehen, wenn weltweit, nun, “mehrere Nutzer” gleichzeitig eine größere Menge an Daten von ein und demselben Server holen wollen. Skurriler hingegen die Begründung, warum nicht einfach mehr Bandbreite zur Verfügung gestellt werden kann (was man bei einem Unternehmen wie MS als Portokassen-Angelegenheit betrachten können dürfte):

Würde man diese auch nur ein klein wenig hinaufschrauben, würde möglicherweise das gesamte Internet darunter leiden und im schlimmsten Fall zusammenbrechen. “Wir erreichen die Grenze dessen, was das Internet aushalten kann”, so Microsoft.

Die “Grenzen des Internet” erreicht mit dem Zugriff auf eine Beta-Version? Nun ja. Ich bin skeptisch. Daß Last entsteht, ist durchaus einzusehen, aber darüber hinaus würden mich doch Zahlen und genauere Daten dazu interessieren, ebenso eine Antwort auf die Frage, von welcher Abteilung innerhalb des Hauses Microsoft besagte Aussage stammt. Ich tippe auf Marketing…