Archive for June, 2006

Das MoMa und die Experten…

Friday, June 30th, 2006

Das hatte ich ja schon fast wieder vergessen: Diese Woche haben meine speziellen “Freunde” vom öffentlich-rechtlichen Morgenmagazin, die mir schon seit längerem auf den Wecker gehen mit qualitativ äußerst fragwürdiger Berichterstattung in quasi allen Bereichen jenseits von Sport oder “Society” (…), die Problematik “Musik aus dem Internet” im “Thema des Tages” abgehandelt, mit einer “Expertin”, die diese Bezeichnung zumindest im Hinblick auf Musik, Internet und Urheberrecht nur bedingt verdient. Wer’s verpaßt hat, kann sich die Highlights bei netzpolitik geben…

heading for Callisto.

Friday, June 30th, 2006

The years after being released as Open-Source by IBM, the Eclipse environment has made its way from a good Java IDE to being an all-integrating developer tool, with plugins and extensions available for almost everything you might want to do while developing software of any kind. Besides providing support for most of the programming languages available besides Java (including Python, Ruby, Perl, C(++) and even C# atop Mono/.NET), right now there also is support for integrating Java server components, for modeling data and databases in various ways, and there even is an environment that allows for writing and building documents using the LaTeX typesetting system, right now in heavy use around here as I am into writing my diploma thesis.

But while having an all-including IDE around usually is a good thing, there’s a major drawback: Having all those components developed in different, independent projects sometimes makes tracking and including the right versions of each component into your environment a tedious task. To provide some ease of use here, the Eclipse Callisto project has been established, mainly being an effort of coordinating the development of ten different projects in order to have stable versions released simultaneously, thus helping users of the environment to get up and running using Eclipse and the features desired in a convenient and fast way. Callisto is scheduled to be released today, June 30, 2006, being based upon Eclipse Platform 3.2. I got started using the most recent milestone last week, and, as things are now, everything I need for everyday work, ranging from the LaTeX – plugin to the toolkit environments for Spring framework and the Mule messaging platform works in a stable and reliable way atop the Callisto platform. Let’s see what will grow out of this. Now if there only was an UML editor, lean and fast and possibly similar to jude, available for Callisto…

Lifestyle – stillos?

Friday, June 30th, 2006

Bislang gehörte ich eigentlich eher zu jenen, die von Apple- Hard- und Software im Allgemeinen und auch deren derzeit wohl exponiertestem Produkt, dem iPod, fasziniert bis beeindruckt waren. Das legt sich zumindest jetzt etwas, nach der Lektüre eines Statements über die iPod-Produktion in Taiwan, welches die NRO WEED in Bezugnahme unter anderem auf eine Reportage im englischen “Mirror” und eine gleichgeartete eine gleichgeartete Dokumentation russischer Journalisten dieser Tage veröffentlicht hat. Demzufolge wird die portable Jukebox, die sich nach einer stilvollen wie auch beeindruckend wirkungsvollen Marketing-Kampagne in der Tat in den letzten Jahren zu dem Lifestyle-High-Tech – Spielzeug entwickelt hat, durch taiwanesische Subunternehmer in Fabriken unter Sweatshop-Bedingungen gefertigt wird, am Fließband von Arbeitern, für die 15-Stunden-Tage und Unterbringung in Sammelquartieren mit bis zu 100 Leute keine Seltenheit sind und die schon aufgrund des quasi nicht vorhandenen Monatslohnes sicherlich keine potentiellen iPod – Kunden sein dürften.

Daß Apple wie auch der betroffenen Nachunternehmer FoxConn die Vorwürfe nachdrücklich dementieren, ist eine nur zu erwartende Reaktion. Letztlich wird sich zeigen müssen, welchen Wahrheitsgehalt diese Berichte haben, ob ihnen Tatsachencharakter zugestanden werden muß oder nurmehr die Aussage der Apple-Repräsentanten zutrifft, es “handle sich um Versuche der Konkurrenz, der Welt zu zeigen, daß man es hierbei mit einen unmenschlichen Vorfall in einer unmenschlichen Nation” zu tun habe. Nichtsdestotrotz aber ist Aufmerksamkeit und Kritik wohl durchaus nicht fehl am Platze – es wäre nicht das erste Mal, daß Firmen, die auf Kundenseite nicht zu schüchterner Preispolitik tendieren, Produkte unter Umständen erzeugen lassen, die eine halbwegs engagierte Öffentlichkeit so nicht hinnehmen sollte…

Ganz gut dazu passend die Ankündigung, daß die neuesten Modelle des wohl erfolgreichsten mobilen Musik-Gerätes noch ein wenig Zeit brauchen werden, bevor sie den Weg in die Körbe der Konsumenten finden können. Wäre wünschenswert, wenn Apple bis dahin nicht nur technische Details der Knirpse handfesten Verbesserungen unterzogen hat…

… und… Zündung!

Thursday, June 29th, 2006

Lang schon schwelt die Diskussion um Softwarepatentierung im Allgemeinen sowie im europäischen Rechts-Kontext im Speziellen, hacken sich Gegner und Befürworter mit mehr oder minder schlüssigen, mehr oder minder realitätsnahen Argumenten, sehen sich Programmierer mittlerweile langsam, aber sicher in einem Beruf, dem man ob der Häufung von Trivialpatenten (die im Gebiet der Software gern auf nahezu alles erteilt werden, was irgendwie verwertbar aussieht) kaum noch nachgehen kann, ohne permanent durch Verletzung “geistiger Eigentumsrechte” (…) kriminell zu werden.

Die erste richtig größere Bombe in dieser Hinsicht könnte jetzt vielleicht geplatzt sein mit einer Klage, die den (Linux-) Distributor RedHat derzeit ereilt hat, die das Softwarepaket Hibernate betrifft und im extremsten Fall dessen Ende bedeuten könnte. Das allein ist schlimm genug, da Hibernate eine für die Handhabung von Persistenz (der Speicherung von Daten) in Java-Projekten enorm elegant und leistungsfähig ist. Schlimmer aber noch:

Das besagte Patent beschreit ein Mapping zwischen einem Objektmodell und einer relationalen Datenbank und wurde Firestar im August 2000 zugesprochen, angemeldet wurde es bereits im September 1998. Laut Klageschrift bietet Firestar selbst ein Produkt an, das die in dem Patent beschriebene Technik nutzt.

Wird die Patentschrift weit genug ausgelegt, könnte dies nicht nur das Ende für Hibernate und die verschiedenen artverwandten freien Projekte bedeuten, sondern gleichermaßen jeden gegenwärtigen Software-Entwickler kriminalisieren, der in seiner Anwendung die Notwendigkeit hat, Daten in einer relationalen Datenbank vorzuhalten: Ebensolche sind nach wie vor der Stand der Technik in jedem halbwegs ernstzunehmen Anwendungssystem, ebenso werden Applikationen im Kleinen wie im Großen weitestgehend in objektorientierten Umgebungen (Java, .NET/C#, C++, …) entwickelt, was ein objektorientiertes Datenmodell quasi impliziert. An diesem Punkt wird sich der Programmierer Gedanken machen müssen darüber, wie er seine speicherinternen (objektorientierten) Daten in die Tabellen einer relationalen Datenbank ablegt – eine Arbeit, bei der ihm bislang Hibernate & Co. geholfen haben… und die künftig in dieser Form nicht mehr legal möglich sein könnte. Softwarepatente sind schon ein Segen…

mehr:
heise.de

window.close()

Wednesday, June 28th, 2006

Lately there have been quite some discussions about the so-called Windows Genuine Advantage components to be installed with recent update packages of the Windows operating system, most of them caused by the fact that tools like this, intented to check whether your computer runs “pirated” or “legal” software, actually are little more than just nasty spyware to manifest on your machine and transmit information without leaving you an option of deciding what to transmit and when to do so. So far, this is just annoying, but things really might get more interesting, given that Microsoft indeed, as reported lately, is about to make installation of WGA / OGA (Office GA) components mandatory – if it’s not installed, Windows XP might cease working 30 days later…

I don’t really want to talk about the effects of those ideas on customer rights – after all, if you got a copy of Windows XP, you paid for it, most likely you also had to reveal personal data by activating it, and now you’re forced to install some arcane piece of software if you don’t want the money you spent on your Windows license to be lost forever. Probably there also is no use in worrying about privacy here – you should have thrown away that very idea (while talking about software) at least with the last software component you purchased which required you to register and activate it by providing a vast amount of contact and address data. No, probably all of that is of no use in that situation, given that most people don’t care, most people probably never will. But one thing is interesting: I wonder, after all, what will happen to the Windows XP market share once the forced WGA components will also render all of the so-called “pirated” (by the way, read this Richard M. Stallman interview on Indymedia Australia and the GNU list of ‘words to avoid’ in order to get a clue why the term “software piracy” in itself is completely ridiculous and should be, well, avoided) copies useless… Maybe we’ll be surprised. And besides that, by now I know just one more good reason while using some sort of GNU/Linux instead of that “other OS”.

Wikipedia, Wissen und Objektivität

Wednesday, June 28th, 2006

Nach der Lektüre einer Mail auf einer der attac-Listen bin ich einmal mehr an dem Punkt, mich gedanklich mit der Wirkung auf Wissen, Information, “Wahrheit” zu beschäftigen, die Wikipedia und artverwandte Projekte mit sich zu bringen vermögen.

Fest scheint zu stehen, daß mit zunehmender Popularität der offenen Internet-Enzyklopädie auch die Begehrlichkeiten wachsen, den Inhalt dort in einer Art und Weise zu manipulieren, die Grundsätzen wie etwa der in den Richlinien des Projektes geforderten Neutralität widersprechen. Irgendwo liegt es auch auf der Hand, die offene Idee von Wikipedia scheint solcherartige Unannehmlichkeiten ja geradezu heraufzubeschwören. Andererseits hat die Situation, so sie denn sinnvoll genug diskutiert wird und die Menschen die richtigen Schlüsse ziehen, auch ihr Gutes. Fakt ist nämlich auch: Dank der offenen Natur ist bei Wikipedia zumindest erkennbar (anhand etwa der Diskussionen um Artikel, die bisweilen reichlich kontrovers ausfallen), wenn in Artikeln und Beiträgen die Grundsätze, die für Wikipedia gelten (und insgesamt eigentlich für alle Arten von Nachrichten- und Informationssammlung gelten sollten) verletzt werden. Wie kann ich bei einem, nun, kommerziellen Lexikon nachvollziehen, ob Objektivität oder Neutralität im Standpunkt vorliegt? Kann ich aus dem Umstand, daß hier einen recht großen Euro-Betrag für den Erwerb der Wissens-Sammlung fällig wird, in irgendeiner Art und Weise auf die inhaltliche Qualität in dieser Hinsicht schließen? Sicherlich werden mir Verlage, Autoren, Redakteure nach Kräften versichern, daß zur Sicherung neutraler Artikel alles Menschenmögliche getan wird, aber habe ich (außer den Aussagen) tatsächliche Argumente dafür?

Eigentlich nicht. Hier gibt es keine Diskussion zu Artikeln, kann ich nicht die Meinung anderer Leser zu inhaltlich fragwürdigen Punkten einsehen, kann ich selbst auch nicht meine Gedanken hinterlegen zu Punkten, bei denen ich Ungenauigkeit oder fehlende Objektivität vermute. Hier kann ich, einmal mehr, nur nehmen, was mir gegeben wird, und dieses wahlweise akzeptieren oder ignorieren. Ist Wikipedia im Gros objektiver, neutraler, qualitativ besser? Ob der Größe dieses und vergleichbarer kommerzieller Projekte dürfte dies wohl kaum festzustellen sein, und vielleicht ist es auch nicht wichtig: Allein die Diskussion um die Probleme, die Wikipedia anzuziehen scheint, hilft, den Blick auf das Thema zu schärfen und die allgemeine Beurteilbarkeit der Qualität von Informationen zu diskutieren in einer Zeit, in der Manipulation und Beeinflussung offensichtlich zu neuer Blüte kommen. Und wenn man das an die Menschen herantragen, das Bewußtsein für die Wichtigkeit von Medienkompetenz zu stärken, die Leute verdrängen könnte aus der Rolle des sturen Konsumenten, den “tagesschau” und “heute” mit dem täglichen Nachrichtenbrei füttern – dann wäre auch schon einiges gewonnen…

Bananenpolitik und Urheberrecht

Monday, June 26th, 2006

Wer sich noch dafür interessiert, welche Entwicklung das Urheberrecht im digitalen Zeitalter zwischen Rechteinhabern, “Verbrauchern” und alternativen Formen von Content-Distribution und Vergütung in Deutschland noch nimmt, kann sich bei netzpolitik einen Zeitplan über die parlamentarische Arbeit in dieser Sache zu Gemüte führen.

So what? Eigentlich nichts Neues… Keine Diskussion, keine Inhalte, stattdessen nur ein formaler Prozeß, der früher oder später im Durchwinken und Umsetzen eines heftigst umstrittenen Entwurfes enden wird, der (anders, als man in einer pluralistisch-demokratischen Gesellschaft erwarten sollte) mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die Meinung der politisch aktiven Mehrheit repräsentiert. Das Politikverständnis im Kontext dieser Art von Themen beeindruckt mich immer wieder zutiefst…

Diktatur des Eigentums, Part (n+1): USEA

Wednesday, June 21st, 2006

Erst kürzlich habe ich Philip K. Dicks Roman “Simulacra” ‘ausgelesen’ wieder beiseite gelegt (ein sehr lohnenswertes Buch übrigens, wie fast alles dieses Autors…), und angesichts der realen Ereignisse fühle ich mich doch sehr an die dortige Realität der “USEA”, der “United States of Europe and America”, erinnert: Einmal mehr betreibt die EU-Kommission eine fragwürdige ‘Annäherung’ an das Land der begrenzten Unmöglichkeiten, und einmal mehr geht es um das, was so schön als “geistiges Eigentum” bezeichnet wird:

[...]Das von US-Handelsminister Carlos Gutierrez, Industriekommissar Günther Verheugen und EU-Handelskommissar Peter Mandelson bereits vorgestellte Programm umfasst eine engere Zollzusammenarbeit, die Einrichtung gemeinsamer Teams zur Durchsetzung von Urheberrechts- und Patentansprüchen in Drittländern und den Austausch geheimdienstlicher Erkenntnisse. Auch die Zusammenarbeit von Strafverfolgung und Privatwirtschaft soll angekurbelt werden.[...]

Geheimdienste gegen Urheberrechtsverletzer? Im ersten Moment vermutet man, daß dann eigentlich nur noch eine entsprechende Polizeistruktur in Form von schlagkräftigen Sonder-Einheiten fehlt, die schnell und konsequent gegen tatsächliche und mutmaßliche “Delikte” vorgeht. Aber ein paar Zeilen später weiß man dann: Auch daran wurde gedacht – die entsprechenden Institutionen existieren unter der völlig sinnfreien Bezeichnung “Computer Hacking and Intellectual Property”, kurz CHIP:

[...] Zu dem Maßnahmenpaket gehört die Einsetzung weiterer Einheiten, die unter dem Namen Computer Hacking & Intellectual Property (CHIP) geführt werden, in Washington, Orlando, Nashville, Pittsburgh und Sacramento. [...]

Was folgt, ist schnell umrissen: Härtere Strafen selbst für “leichte” Verletzung von Rechten an “geistigem Eigentum”, weitgehende Auskunftsansprüche etwa gegen Internet-Provider, um dieser Dinge Herr zu werden, und fürderhin vermutlich auch fliegende Exekutionskommandos, die in Verdachtsfällen Tatsachen schaffen und einmal mehr die schon seit Jahren bewährte “Shock-and-Awe” – Strategie in einem völlig neuen Umfeld zu implementieren.

Dann haben wir es endlich wieder zu einem vernünftigen totalitären System geschafft, in dem nicht jeder halbwegs anmaßende Spinner einfach denken, tun und lassen kann, was er will. Freiheit von Gedanken, Meinungen, Ideen, Kreativität? Unsinn – je früher sich die Leute daran gewöhnen, daß man auch im Hinblick auf Ideen und Gedanken (so absurd dies auf den ersten Blick erscheinen mag) exklusive Besitzrechte durchsetzen kann, umso besser. Dann können wir auch endlich Schulen und Bibliotheken schließen, unsere Kinder schon in Jugendjahren an Computer gewöhnen, die sich mit simpelster Point-and-Click – Oberfläche bedienen lassen, und darauf hin erziehen, daß gefälligst zu konsumieren ist. Fragt sich nur, wer dann wie die Inhalte von “morgen” erzeugen soll – aber deswegen langfristig denken, nachhaltige Politik zu betreiben, auch wenn diese unsere heutigen Gewinne schmälern würde? Fragen über Fragen.

Als Nachtrag, weil’s irgendwie zum Thema paßt, die aktuellste Entwicklung in Sachen Pirate Bay, Schweden und USA. Ungeachtet meiner persönlichen Meinung zu Servern wie denen der “Piratenbucht”: Wozu brauchen wir eigentlich noch landesspezifische Rechtslagen, wenn letztlich Organisationen wie die WTO in Stellung gebracht werden, um (US-) Rechtsverständnis über Androhung wirtschaftlicher Nachteile in die Welt zu pressen? Was im Kleinen vermutlich im Gefängnis endet, funktioniert im Großen ja leider meistens…