Archive for September, 2005

hello world!

Friday, September 30th, 2005

well… guess after all I am cheating on my current blosxom-based weblog, trying to get wordpress up and running for the sake of doing something else. don’t really know yet where this all is heading for; but I also see that blosxom, even while being a good weblog platform, probably is not the sort of tool for me to use for right that job.

I mean, after all, blosxom still sort of rocks, and the fact that it is written in perl rather than php4 itself is a good thing. then again, wordpress is sort of tempting, simply offering some more possibilities of actually working with it instead of working on it… I’ll see what will grow out of this. another thing which is, say, sort of bugging me about [z428] by now is that I didn’t so far really manage to get a mixed-language blog up and running, with most of my entries being written in German, thus leaving a lot of my friends locked out from reading it. Thus, [dm] will be much more “accessible”, talking about languages.

Overally, I still don’t know… let’s wait and see… for now, I just gotta get to do something about this site’s appearance.

Weekend Art

Friday, September 23rd, 2005

Am vergangenen Wochenende haben meine bessere Hälfte und ich endlich wieder einmal genug gemeinsame freie Zeit gehabt, um uns in das kulturelle Angebot zu stürzen, welches in der sächsischen Landeshauptstadt doch recht ausgeprägt und vielfältig ist. Im Ergebnis ein interessantes Kontrastprogramm…

Am Samstag hat’s uns, wiederholt, in die Galerie Neue Meister verschlagen, die sich im Altstadt-Bereich und wohl direkt in der Kern-Touristenzone der Stadt findet. Hervorhebenswert dort aus meiner Perspektive insbesondere zwei Dinge:

  • Das Museum bietet eine recht umfangreiche Ausstellung von Werken des Malers Gerhard Richter, dessen ureigenen Stil ich in letzter Zeit sehr zu schätzen und zu bewundern gelernt habe als jemand, bei dem die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie, zwischen Realität und Abbildung, fließend sind.
  • Ein bedrückender Teil der Exposition umkreist das Thema der Entarteten Kunst. Wenngleich hinlänglich bekannter Teil der Vergangenheit, ist es doch immer wieder irritierend, vor Dokumenten aus jener Zeit zu stehen, in denen Künstlern Arbeitsverbot erteilt, die Beschlagnahmung von Werken aus Sammlungen, die Entfernung derselben aus dem öffentlichen Raum angeordnet wird, um der “Entartung” im Bild, der Zersetzung der Gesellschaft durch als entartet empfundene Kunst entgegenzuwirken. Ab einem gewissen Punkt beginnt man sich zudem die Frage zu stellen, ob Beschlagnahmung und Verbot von als “entartet” betrachteter Kunst während der NS-Zeit in Deutschland nicht nur die drastische Manifestation einer allgemeinen Abneigung gewesen ist, mit der eine Gesellschaft einer Kunst begegnet ist, die sie nicht zu verstehen vermochte oder gewillt war. Von Abneigungen dieser Art ist ja auch die heutige, von stromlinienförmiger Kommerz- und Pop-“Kunst” dominierte Konsumgesellschaft bei weitem nicht frei…

Am Sonntag sind wir dann zunächst durch die Technischen Sammlungen geschlendert, primär angetrieben durch die derzeitige Sonderausstellung “Burgen, Geheimgänge und Zauberei
- 4000 Jahre Sicherheit”, unter der sich dann aber zumindest meinereiner, auch im Hinblick auf die gegenwärtigen Entwicklungen zum Thema Sicherheit und die allgemeine Wirkung von Sicherheit mittlerweile nahezu konträr zu demokratischen und bürgerlichen Grundrechten, doch etwas mehr vorgestellt hatte. Andererseits hat dieses Museum genug an interessanten Dingen zu sehen (etwa Zuse’s Z23, die sich jeder, der derzeit mit Computern arbeitet, doch schon mal näher beschauen sollte), was aber wohl eher weniger Leute so empfinden: Wir waren dort nahezu allein, und das Personal erklärte uns auf Anfrage, daß dort auch sonst nicht wirklich viele Besucher anzutreffen sind. Interessant und eigentlich traurig: Im Zeitalter von High-Tech, Computern, Mobiltelefonen und Internet merkt man, daß sich, obwohl sich die Masse mehr und mehr für Technik (aus kommerzieller Sicht) interessiert, sich die Masse trotzdem nicht wirklich für Technik interessiert.

Zu guter Letzt führte unser Weg noch in die Dresdner Neustadt, zunächst einer Empfehlung von fukami folgend (sehr interessantes Projekt; schade, daß die Künstlerin zum Zeitpunkt nicht zugegen war) und schließlich im Kunsthaus Dresden endend. Das KhD entspricht in vielerlei Hinsicht doch ganz gut meiner (vielleicht bisweilen etwas militanten) Auffassung, daß, in einer Zeit und Gesellschaft, in der viele Dinge verquer liegen, in der Konflikte und Probleme an allen Ecken und Enden zu finden sind, es erklärte Aufgabe bewußter Kunst sein muß, diese Themen zu adressieren, aufzugreifen, den Menschen vor Augen zu führen. Die aktuelle Ausstellung “Das Vermögen der Kunst” paßt recht gut in diese Richtung, bietet mit (Video-)Installationen, Foto-Kunst, Malerei und anderem jede Menge “food for thought” und kann eigentlich Interessierten nur uneingeschränkt empfohlen werden.

Mythen der Oekonomie

Friday, September 16th, 2005

… oder “Anleitung zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen” nennt sich ein Büchlein, über welches ich heute eher zufällig in unserer Bibliothek gestolpert bin und welches ich bis jetzt noch nicht wieder aus der Hand gelegt habe. Verfaßt von einem offensichtlich aus Österreich stammenden Kollektiv mit dem sperrigen wie markanten Namen “Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen” (kurz BEIGEWUM), bietet das knapp 170seitige Werk (eigentlich eher eine Broschüre als ein Buch) einen in jeder Hinsicht lesenswerten Blick auf aktuelle Wirtschaftspolitik: In fundierter, mit reichlich Quellenangaben gespickter und zudem auch für den Nicht-Wirtschaftsexperten lesbarer Form nehmen sich die Autoren so gängiger Aussagen an wie

  • “Ohne Reformen ist der Wirtschaftsstandort in Gefahr”
  • “Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut”
  • “Am Markt setzt sich das beste Produkt durch”,

hinterfragen deren Inhalt, versuchen diese in plausibler Weise zu widerlegen und letztlich dem Leser eine gewisse Menge an Grundwerkzeug mitzugeben, mit dessen Hilfe er Entwicklungen der alltäglichen Wirtschaftspolitik neu bewerten, besser durchblicken, vielleicht besser hinterfragen, auf jeden Fall sicherer diskutieren kann. Auch dieses Buch bietet keine allgemeingültigen Antworten, keine Lösungen für allgegenwärtige Probleme, Fehlentwicklungen und kritisierenswerte Tendenzen. Aber zumindest bietet es theoretisch jedem die Möglichkeit, diese zu erkennen und zu hinterfragen…

mehr dazu: [website]